Bitte beachten Sie, dass diese Webseite einen Auszug des Geschäftsberichts 2025 der grenke AG abbildet. Der veröffentlichte Geschäftsbericht, der auch im Bereich "Berichte und Kennzahlen" auf der Webseite der grenke AG verfügbar ist, ist maßgeblich.
Die anhaltenden geopolitischen Krisen und Konflikte führen weiterhin zu einer hohen Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige makroökonomische Entwicklung in den verschiedenen Kernmärkten des grenke Konzerns. Potenziell eskalierende Handelskonflikte können kurzfristig negative Auswirkungen auf die globalen Lieferketten haben und das Weltwirtschaftswachstum erheblich belasten. Zunehmende Handelsrestriktionen, wie z.
B. die veränderte Zollpolitik der USA, beeinflussen maßgeblich das Wirtschaftswachstum vor allem in stark exportorientierten Ländern wie beispielsweise Deutschland. Vor diesem Hintergrund überwacht grenke die Risikoentwicklung in ihrem Kerngeschäft, dem Leasingportfolio, trotz der weiterhin sehr hohen Diversifizierung mit besonderem Fokus auf einzelne, potenziell besonders betroffene Branchen.
Die fortdauernden geopolitischen Spannungen, insbesondere im Nahen Osten sowie der Krieg in der Ukraine, führen zu erhöhten Schwankungen der Energiepreise, verstärken den Inflationsdruck und tragen zu einer erhöhten Volatilität an den Kapitalmärkten bei.
Sämtliche identifizierten Risiken werden im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements systematisch erfasst, bewertet, überwacht und gesteuert. Im Folgenden werden die wesentlichen Elemente des Risikomanagementsystems des grenke Konzerns sowie die relevanten Risikoarten und deren Steuerung näher erläutert.
Der grenke Konzern hat auf Basis seiner langjährigen Erfahrungen ein umfassendes Risikomanagementsystem entwickelt und umgesetzt. Dieses wird kontinuierlich weiterentwickelt und erfüllt die Anforderungen des Aktiengesetzes sowie die einschlägigen gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben. Das Risikomanagement des grenke Konzerns ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und darauf ausgerichtet, eine langfristig nachhaltige und erfolgreiche Geschäftstätigkeit sicherzustellen.
Dazu zählen insbesondere ein profitables nachhaltiges Wachstum, die Sicherstellung einer kontinuierlichen angemessenen Dividendenzahlung sowie die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Durch regelmäßige Gewinnthesaurierung wird das Eigenkapital angemessen gestärkt. Investitionen in Personal und technologische Ressourcen sichern die Zukunftsfähigkeit des grenke Konzerns.
Wesentliche Maßgabe unseres Risikomanagements ist es, die Balance zwischen der Wahrnehmung von Ertragschancen und dem kontrollierten Eingehen von Risiken zu sichern. Wir verfolgen stringent die Philosophie, nur die Risiken einzugehen, die notwendig und untrennbar mit unserem Geschäftsmodell verknüpft sind. Für die Beurteilung und Messung dieser Risiken nutzen wir selbst entwickelte statistische Modelle. Ziel ist nicht eine Minimierung der Risiken, sondern vielmehr die Sicherstellung einer hohen Prognosegüte in unseren Modellen, um Risiken bei Vertragsabschluss präzise quantifizieren und idealerweise einpreisen zu können.
Marktpreisrisiken im Allgemeinen und Fristentransformation im Besonderen sowie Liquiditätsrisiken versuchen wir, weitgehend zu vermeiden oder durch geeignete Sicherungsgeschäfte zu minimieren. Konsequente und möglichst hohe Diversifizierung begrenzt das Risiko von Konzentrationen. Die hohe Diversifizierung ergibt sich insbesondere aus unserem sehr breiten Kundenportfolio mit über 716.000 Kunden in 31 Ländern, einem breiten und dynamischen Objektportfolio, über 34.500 Fachhandelspartnern und diversen Instrumenten zur Refinanzierung. Diese umfassende Diversifizierung ist Kern unseres Geschäftsmodells und ein wesentliches Fundament unserer Resilienz.
Neben den aus unserer unternehmerischen Überzeugung und Verantwortung heraus erwachsenen intrinsischen Grundprinzipien unserer Risikokultur erfüllen wir die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an unser Risikomanagement, die wir als Finanzholdinggesellschaft mit unserer Tochtergesellschaft, der grenke Bank AG, zu erfüllen haben.
Unser Risikomanagement ist nach dem Modell der Three Lines of Defence (3LoD) organisiert. Die klare Funktionstrennung zwischen Markt und Marktfolge ist bis in den Verantwortungsbereich des Vorstands konsequent umgesetzt.
Die Verantwortung für die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements bei
grenke trägt der Gesamtvorstand. Er beschließt neben der Geschäftsstrategie und der Risikostrategie mit den risikopolitischen Vorgaben auch den Risikoappetit (Risk-Appetite-Statements) und darüber hinaus alle wesentlichen methodischen und prozessualen Elemente des Risikomanagements.
Die angemessene Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken unter Berücksichtigung der Auswirkungen von ESG-Risiken verantwortet die unabhängige Risikocontrolling-Funktion nach MaRisk.
Die operative Umsetzung der Aufgaben der Risikocontrolling-Funktion erfolgt im Corporate-Risk-Management des grenke Konzerns. Neben dem Risikocontrolling sind hier auch das regulatorische Meldewesen, die Einheit zur Entwicklung und Pflege der quantitativen Risikomodelle sowie die unabhängige Validierungseinheit, die die Angemessenheit der internen Risikomodelle überprüft, angesiedelt.
Teil des Risikomanagementsystems ist auch der Arbeitskreis Risiko (AK Risiko). Er erörtert vor allem aktuelle risikorelevante Themen, die Ergebnisse der Risikoinventur, gegebenenfalls Ad-hoc-Risikomeldungen und gesetzliche Neuerungen in Bezug auf das Risikomanagement.
Im Einklang mit den MaRisk hat grenke zudem eine Compliance-Funktion, einen Geldwäschebeauftragten, einen Chief Information Security Officer, einen Auslagerungsbeauftragten und einen Datenschutzbeauftragten installiert.
Grundlegende Aufgabe der Compliance-Funktion ist es, auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für den Konzern wesentlichen rechtlichen Regulierungen und Vorgaben hinzuwirken. Zu diesem Zweck identifiziert und analysiert sie mögliche Compliance-Risiken, betreibt ein Rechtsnormenmonitoring und führt entsprechende Kontrollen durch. Zur Einhaltung des grenke Verhaltenskodex, der den ethischen Ordnungsrahmen für das Handeln im Konzern bildet, betreibt die Compliance-Funktion unter anderem das konzernweite Hinweisgebersystem, konzipiert und entwickelt Schulungs- bzw. Sensibilisierungsmaßnahmen zu Compliance-Themen und wirkt an der Erstellung von Regelungen bezüglich der konzernweiten Steuerung von Compliance-Risiken mit. Die Funktion verantwortet auch die entsprechenden Regelungen zu einzelnen Compliance-Kernthemen, wie den Umgang mit potenziellen Interessenkonflikten.
Unsere Geldwäschebeauftragte überwacht und unterstützt die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften. Hierzu gehört auch die Einhaltung der Sorgfaltspflichten gemäß Geldwäschegesetz. Auf Basis von Richtlinien entsprechend den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben, einer aktuellen Gefährdungsanalyse des Konzerns sowie mit dem Einsatz von Monitoring- und Analyseinstrumenten ergreift sie risikobasierte Maßnahmen, um zu verhindern, dass grenke für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige strafbare Handlungen missbraucht wird, und wirkt damit auch Rechts- und Reputationsrisiken entgegen. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, zu der alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten beitragen.
Unser Chief Information Security Officer trägt die Verantwortung für die Wahrnehmung aller Belange der Informationssicherheit. Er stellt durch Vorgaben und Beratung sicher, dass die festgelegten Ziele und Maßnahmen hinsichtlich der Informationssicherheit transparent gemacht und deren Einhaltung regelmäßig sowie anlassbezogen überprüft und überwacht werden. Des Weiteren betreut der Chief Information Security Officer das Informationsrisikomanagement in Abstimmung mit dem Corporate Risk Management.
Unser Auslagerungsbeauftragter steuert und überwacht die Einhaltung gesetzlicher sowie regulatorischer Anforderungen bei Auslagerungen von Tätigkeiten an externe Unternehmen. Entsprechend den aufsichtsrechtlichen Anforderungen implementierte der Konzern interne Kontrollverfahren zur Steuerung und Überwachung der genannten Risiken, die auf dem Aufbau und Ablauf der entsprechenden Prozesse basieren.
Unser Datenschutzbeauftragter wirkt mit seiner Organisationseinheit auf die Einhaltung aller relevanten Datenschutzvorschriften bei grenke hin.
Er überwacht und berichtet regelmäßig dem Vorstand zum Stand des Datenschutzes bei grenke, namentlich, ob die betreffenden Prozesse zur Sicherstellung eines hohen Schutzniveaus wirksam sind. Dies umfasst die Prüfung des Kontrollsystems, der regelmäßigen Datenschutzanalysen, Audits und operative Überprüfungen der systematischen formellen Risikobewertungen (z. B. mittels Datenschutz-Folgenabschätzungen) von Prozessen mit voraussichtlich hohen Risiken für die Betroffenen durch die Fachbereiche. Des Weiteren überwacht er die kontinuierliche Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unser Datenschutzbeauftragter ist in das von der Datenschutzorganisation verantwortete, etablierte Verfahren für Datenschutzverletzungen eingebunden, das eine schnelle Reaktion auf Vorfälle sichert. Zudem fungiert unser Datenschutzbeauftragter als zentrale Schnittstelle zur Aufsichtsbehörde.
Die Interne Revision führt in der Regel einmal jährlich eine risikoorientierte und prozessunabhängige Prüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements durch.
Das Risikomanagementsystem des grenke Konzerns verfolgt einen ganzheitlichen und integrierten Ansatz. Es umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Identifizierung, Bewertung, Beurteilung, Überwachung und Steuerung der aus dem Geschäft resultierenden Risiken. Dabei berücksichtigt es alle relevanten Einheiten des Konzerns und ist sowohl auf die Erfassung aller wesentlichen Einzelrisiken als auch möglicher Risikokonzentrationen und Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichen Risikoarten ausgerichtet. Begleitet wird die Systematik des Risikomanagementsystems von einer intensiv gelebten und sich fortlaufend weiterentwickelnden Risikokultur sowie einem funktionalen Aufbau der entsprechenden Organisation mit klaren Verantwortlichkeiten und definierten Prozessen.
Das Risikomanagementsystem des grenke Konzerns beinhaltet die nachfolgend dargestellten wesentlichen Elemente, die in der Regel jährlich aktualisiert werden. Die grundlegende Ausrichtung des Risikomanagementsystems basiert auf dem in der Geschäftsstrategie definierten Geschäftsmodell und den damit verbundenen geschäftsstrategischen Zielsetzungen des Vorstands.
Geschäfts- und Risikostrategie
Die grundlegende Ausrichtung des Risikomanagementsystems basiert auf dem in der Geschäftsstrategie definierten Geschäftsmodell und den damit verbundenen strategischen Zielsetzungen des Vorstands.
Die Konzernrisikostrategie von grenke definiert im Zusammenspiel mit der Geschäftsstrategie die risikopolitische Grundhaltung sowie die Vorgaben und Ziele der Risikosteuerung, die Festlegung des Risikoappetits sowie die Definition geeigneter Maßnahmen zur Erreichung der risikostrategischen Ziele.
Ausgehend von der Identifizierung der wesentlichen Risiken im Rahmen der Risikoinventur, überführt das Risk-Appetite-Statement als wesentlicher Teil der Risikostrategie die risikostrategischen Ziele in konkrete operative Vorgaben für die Risikoüberwachung und -steuerung. Diese quantitativen und/oder qualitativen Vorgaben in Form von Grenzwerten und/oder Schwellenwerten konkretisieren und operationalisieren die risikostrategischen Ziele des Vorstands.
Risikoinventur
Einmal jährlich und bei Bedarf auch anlassbezogen werden die für grenke wesentlichen Risiken durch Experten in Form eines strukturierten und mit quantitativen Messgrößen unterlegten Prozesses identifiziert und bewertet.
Grundlegende Fragestellung dabei ist, welche Risiken die Kapital-, Ertrags- oder Liquiditätslage des grenke Konzerns wesentlich beeinflussen können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf der systematischen Identifizierung und Bewertung der Auswirkungen von ESG-Risiken.
Auf Grundlage der im Geschäftsjahr 2025 durchgeführten Risikoinventur sind die folgenden Risiken wesentlich für den grenke Konzern (aggregierte Darstellung).
Die im Rahmen der Risikoinventur als wesentlich bewerteten Risiken sind in der Konsequenz umfassend und durchgehend über das Risikomanagementsystem zu messen, zu überwachen, zu limitieren, mit Risikokapital zu unterlegen und in diesem Rahmen entsprechend adäquat zu steuern.
Risikotragfähigkeit und Kapitalausstattung
Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit bzw. einer durchgehend angemessenen Kapitalausstattung wird auf Konzernebene im Rahmen eines internen Prozesses (Internal Capital Adequacy Assessment Process, ICAAP) laufend überprüft, inwieweit die wesentlichen Risiken und potenzielle Risikokonzentrationen durch vorhandenes Risikokapital abgedeckt sind und inwieweit die aufsichtsrechtlich relevanten Kapital- und Liquiditätsanforderungen mindestens für den Zeitraum der dreijährigen Kapitalplanung angemessen eingehalten werden.
Der ICAAP beinhaltet zwei Steuerungsperspektiven: die normative Perspektive mit dem vorrangigen Ziel der Institutsfortführung sowie die ökonomische Perspektive mit dem vorrangigen Ziel des Gläubigerschutzes.
In der normativen Perspektive ist die Risikotragfähigkeit gegeben, wenn die Einhaltung der regulatorisch relevanten Kennziffern sowohl im Planszenario, auf Grundlage der geltenden Geschäftsplanung, als auch in den derzeit drei adversen Szenarien über einen Planungshorizont von drei Jahren sichergestellt ist.
Das vorhandene Kapital zur Risikoabdeckung („Risikodeckungspotenzial“) setzt sich im Wesentlichen aus den regulatorischen Eigenmitteln zusammen. Auf der Risikoseite werden Kredit-, Marktpreis- und operationelle Risiken mit aufsichtsrechtlich vorgesehenen Verfahren quantifiziert. Relevante Steuerungsgrößen sind die harte Kernkapitalanforderung (Common-Equity-Tier-1- bzw. CET1-Anforderung), die SREP-Gesamtkapitalanforderung (Pillar-2-Requirement – P2R), die kombinierte Pufferanforderung, die aufsichtsrechtliche Kapitalempfehlung (Pillar-2-Guidance – P2G) sowie weitere aufsichtsrechtliche Strukturanforderungen wie z. B. die Leverage-Ratio.
Seit dem 1. Januar 2025 gilt für den grenke Konzern eine zusätzliche Kapitalempfehlung seitens der Bankenaufsicht, die sogenannte Pillar-2-Guidance.
Die Säule-2-Empfehlung (P2G) bildet neben der Säule-2-Anforderung (P2R) eine zweite, im Rahmen des SREP (Supervisory Review and Evaluation Process/aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess) standardmäßig abgeleitete, aber jeweils institutsspezifisch bemessene Kapitalerwartung, wobei ausschließlich die P2R eine rechtlich verbindliche Kapitalanforderung darstellt. Die P2G stellt eine Erweiterung des Konzepts des Kapitalerhaltungspuffers dar, d. h., sie dient dazu, die Vermögenswerte des grenke Konzerns auch in Stressphasen abzusichern, und kann entsprechend mit dem Kapitalerhaltungspuffer verrechnet werden. Bestimmungsgröße für die Höhe der P2G für den grenke Konzern sind derzeit die Ergebnisse der regelmäßigen aufsichtsrechtlichen Stresstests der grenke Bank als weniger bedeutendes Institut (Less Significant Institution – LSI).
In der ökonomischen Perspektive des ICAAP erfolgen die Ermittlung des Risikodeckungspotenzials und die Quantifizierung der wesentlichen Risiken in ökonomischer Betrachtungsweise, d. h. barwertig. Zur Risikosteuerung wird das Risikodeckungspotenzial nachfolgend in Form von Risikolimiten auf die wesentlichen Risikoarten verteilt. Bei der Risikoberechnung verfolgt grenke einen, auch aufsichtsrechtlich erwarteten, konservativen Ansatz, um sicherzustellen, dass auch seltene bzw. extreme Ereignisse angemessen berücksichtigt und in der Steuerung (Limitierung) abgesichert werden. Auch in der ökonomischen Perspektive erfolgt die quartalsweise Berechnung von Stresstests für die wesentlichen Risiken, um mittels einer kritischen Reflexion der Ergebnisse frühzeitig einen möglichen Handlungsbedarf zu identifizieren.
Neben den klassischen Stresstests im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung führt der Konzern zudem einmal jährlich einen inversen Stresstest durch. Inverse Stresstests untersuchen, ab welchem Schweregrad bestimmte Stressfaktoren den grenke Konzern existenziell gefährden könnten.
Liquiditätsausstattung
Der interne Liquiditätsadäquanz-Bewertungsprozess (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process – ILAAP) soll sicherstellen, dass der Konzern innerhalb eines definierten Zeithorizonts durchgehend über eine angemessene Liquiditätsausstattung sowie ausreichende Refinanzierungsmöglichkeiten verfügt. Im Rahmen der Analysen wird zwischen der normativen und der ökonomischen Perspektive unterschieden, um die Liquiditätsausstattung und Zahlungsfähigkeit des grenke Konzerns umfassend zu beurteilen.
Die normative Perspektive des ILAAP dient der Sicherstellung der Einhaltung regulatorischer Liquiditätsanforderungen über den Planungshorizont unter Berücksichtigung von Geschäftsplanung und Stressszenarien und fokussiert insbesondere auf die aufsichtsrechtlich einzuhaltenden Liquiditätskennziffern Liquidity Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die LCR ist definiert als Quotient aus dem verfügbaren Bestand an liquiden Aktiva (Liquiditätspuffer) und den Netto-Liquiditätsabflüssen unter definierten Stressbedingungen in den nächsten 30 Tagen. Die NSFR setzt den verfügbaren Betrag stabiler Refinanzierung (Eigenmittel und Verbindlichkeiten) ins Verhältnis zu dem erforderlichen Betrag stabiler Refinanzierung (Aktivgeschäft). Hierbei werden die Refinanzierungsquellen beziehungsweise Vermögenswerte in Abhängigkeit von ihrem Stabilitätsgrad mit von der Aufsicht definierten Anrechnungsfaktoren gewichtet.
In der ökonomischen Perspektive des ILAAP wird die Liquiditätsrisikotragfähigkeit des Instituts beurteilt. Dabei wird analysiert, ob auch unter definierten Stressszenarien ausreichende Liquiditätsreserven vorhanden sind, um die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Betrachtung erfolgt unabhängig von regulatorischen Mindestanforderungen und dient der internen Steuerung.
Risikoberichterstattung
Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementprozesses ist eine umfassende standardisierte interne und externe Risikoberichterstattung. Das Corporate-Risk-Management erstellt vierteljährlich einen Risikobericht für Vorstand, Aufsichtsrat und wesentliche Entscheidungsträger (Risikoverantwortliche) des Unternehmens, in dem die aktuelle Risikosituation auf Konzernebene analysiert und überwacht wird. Der Bericht beinhaltet die stichtagsrelevanten Ergebnisse aus dem ICAAP und ILAAP, die volumens- und strukturbezogene Entwicklung des Neugeschäfts, die Risikoentwicklung bei den einzelnen Risikoarten und in diesem Zusammenhang insbesondere die Entwicklung der wesentlichen aufsichtsrechtlichen und ökonomischen Risikokennzahlen sowie der zugehörigen Frühwarnindikatoren. Letztere geben Aufschluss über die Einhaltung des Risikoappetits bzw. gegebenenfalls notwendige zusätzliche Steuerungsmaßnahmen.
Die wesentlichen Risikoindikatoren und die Liquiditätslage inklusive des ILAAP werden zusätzlich für den Vorstand und die relevanten Risikoverantwortlichen auf monatlicher Basis überwacht und berichtet. Im Zusammenhang mit einer besonderen Risikolage werden darüber hinaus interne Ad-hoc-Risikomeldungen erstellt. Ein weiteres Element des erweiterten Risikomanagements ist ein aufsichtsrechtlich standardmäßig geforderter Sanierungsplan. Dieser basiert auf den wesentlichen Risiko-(früh-)warnindikatoren und ist in der Governance eng mit der laufenden Risikoüberwachung und -steuerung verknüpft. Damit ist grenke in der Lage, schnell und zielgerichtet auf eventuelle Krisensituationen zu reagieren, und stärkt damit auch seine Widerstandsfähigkeit.
Nachfolgend wird der Ursprung der wesentlichen Risiken mit Bezug auf grenkes Geschäftsmodell genauer definiert und aufgezeigt, wie diese Risiken im Rahmen des Risikomanagementsystems gemessen und gesteuert werden.
Der geschäftsstrategische Fokus des grenke Konzerns liegt auf dem kleinteiligen Leasinggeschäft im B2B-Umfeld vorranging mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Freiberuflern und Gewerbetreibenden. Obwohl kleinere Unternehmen die präferierte Zielgruppe sind, werden auch Verträge mit größeren Kunden abgeschlossen, welche die KMU-Kriterien (Anzahl Mitarbeitende, Umsatz, Bilanzsumme) überschreiten. Durch das schwerpunktmäßig kleinteilige Geschäft in 31 Ländern ergibt sich ein aus Risikosicht hoch diversifiziertes Portfolio. Die Verträge sind geprägt von kleinen Anschaffungswerten, im Small-Ticket-Leasing mit Verträgen bis zu einem Volumen von 50.000 EUR. Darauf entfielen im Berichtsjahr 96,5 Prozent (Vorjahr: 97,1 Prozent) aller Leasingverträge.
Die Kreditrisiken resultieren weit überwiegend aus dem Kerngeschäft Leasing und umfassen insbesondere Kreditausfall- und Migrationsrisiken. Das Kreditausfallrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Kunde seine Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen nicht begleichen kann. Das Migrationsrisiko bildet Wertänderungen ab, die durch eine Änderung der Bonitätseinstufung (Ratingmigration) eines Kredit- bzw. Leasingnehmers entstehen können. Beide Risikounterarten sind in der Risikoinventur infolge ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage als wesentlich bewertet.
Zur Bewertung des Kreditausfallrisikos wird vor Abschluss eines Leasingvertrags ein intern entwickeltes, weitgehend länderspezifisches Antragsscoring eingesetzt. Dabei werden sowohl Informationen von Auskunfteien sowie andere kunden- als auch vertragsspezifische Merkmale herangezogen. Die vom Konzern eingesetzten Modelle führen zu einem Prognose- bzw. Erwartungswert künftiger Ausfallschäden, die als Risikokosten in der Deckungsbeitragskalkulation berücksichtigt werden. Die Deckungsbeitragsrechnung aggregiert erwartete Ergebniskomponenten (Operating Income nach Risiko) für jeden Leasingvertrag als wesentliche Grundlage der Vertragsentscheidung. Konzernweit wird beim Kontrahieren von Leasingverträgen eine möglichst breite Portfoliodiversifikation zur Risikostreuung angestrebt.
Für den Forderungsbestand werden die erwarteten Verluste aus Kreditausfallrisiken aus dem Leasing, Factoring- und Kreditgeschäft ebenfalls auf Basis intern entwickelter Risikomodelle mit einer entsprechenden Risikovorsorge nach den Regelungen von IFRS 9 unterlegt. Darüber hinaus wird der erwartete Schaden bei notleidenden Engagements durch pauschalierte Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
Die aufsichtsrechtliche Eigenmittelunterlegung für Kreditrisiken (Mindestkapitalanforderungen nach Säule I gemäß CRR) wird auf Basis des Kreditrisikostandardansatzes (KSA) ermittelt. Für die Berechnung des unerwarteten Verlusts aus performenden Forderungen im Rahmen der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeitsrechnung setzt grenke ein auf der Gordy-Formel basierendes Modell ein. Für das nicht performende Portfolio wird ein an den Vorgaben des Internal Ratings-Based Approach (IRBA) orientiertes Modell verwendet, welches das Risiko von Verlusten oberhalb der bilanzierten Best Estimates abbildet.
Das ebenfalls als wesentlich eingestufte Migrationsrisiko wird neben der Abbildung von Bonitätsverschlechterungen über die IFRS-9-Stufen im Rahmen der Risikovorsorgeermittlung insbesondere im Rahmen der Stressrechnungen im Sinn einer historischen Erhöhung der Risikoparameter gewürdigt.
Unter Marktpreisrisiken sind potenzielle Verluste zu verstehen, die sich aus der Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung (Höhe und Volatilität) von Marktrisikoparametern ergeben können. Im Rahmen der Risikoinventur wurden als wesentliche Risikounterarten das Zinsänderungs-, Währungs- und Credit-Spread-Risiko eingestuft.
Offene Zins- und Währungspositionen sollen nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft und im Rahmen der aus wirtschaftlicher Sicht erforderlichen Limite eingegangen werden. Anlassbezogen kommen in diesem Zusammenhang auch gezielt Derivate zum Einsatz. Der grenke Konzern nutzt derivative Finanzinstrumente, wenn möglich und angebracht, gezielt zur Reduzierung oder Eliminierung von Risiken aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit. Eingesetzt werden ausschließlich Zins- und Währungsswaps sowie Devisentermingeschäfte. Jedem Derivatekontrakt unterliegt ein wirtschaftliches Grundgeschäft mit einer entsprechend gegenläufigen Risikoposition. Vertragspartner sind Kreditinstitute mit überwiegend guter bzw. sehr guter Bonität mit einem S&P-Rating ab BBB+. Weitere Einzelheiten zu Marktpreisrisiken sowie insbesondere zum Zins- und Währungsrisikomanagement werden im Konzernanhang im Kapitel 7.3 „Derivative Finanzinstrumente“ dargestellt.
Die Zinsänderungsrisiken des Konzerns resultieren aus Änderungen des Marktzinsniveaus auf allen zinstragenden Bilanzpositionen und den entsprechenden Auswirkungen auf das Zinsergebnis. Der grenke Konzern betreibt keine aktive Fristentransformation, sondern verfolgt vielmehr das Ziel einer fristenkongruenten Finanzierung, um das Risiko aus sich verändernden Marktzinsen und Anschlussfinanzierungsrisiken möglichst zu begrenzen.
Die Risikomessung für das Zinsänderungsrisiko erfolgt im Rahmen der Risikotragfähigkeit mittels einer historischen Simulation mit einem Risikohorizont von 12 Monaten und einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent.
Darüber hinaus wird das Zinsänderungsrisiko über Zinsschockszenarien gemäß den Anforderungen der BaFin und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) berechnet und damit sowohl aus barwertiger, als auch aus periodischer ertragsorientierter Perspektive analysiert. Die barwertige Betrachtung erfolgt mittels der Economic-Value-of-Equity-(EVE-)Methode, während die Auswirkungen auf den Periodenerfolg anhand der Net-Interest-Income (NII-)Perspektive untersucht werden.
Operativ werden die Marktpreisrisiken vom Bereich Treasury überwacht und gesteuert. Durch den risikostrategischen Grundsatz, keine nennenswerte Fristentransformation zu betreiben, werden Marktpreisrisiken insgesamt auf einem relativ geringen Niveau gehalten. Die Begrenzung der Marktpreisrisiken (Zins- und Währungsrisiken) erfolgt zudem auf Basis der vom Vorstand genehmigten Risikolimite im Rahmen der Risikotragfähigkeit.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung seines Geschäfts ist der grenke Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen bzw. zu eliminieren, kommen intern definierte Sicherungsstrategien zur Anwendung. Die eingesetzten Derivate werden zum Stichtag bilanziell mit ihren Marktwerten unter den finanziellen Vermögenswerten bzw. unter den finanziellen Verbindlichkeiten erfasst. Wir refinanzieren unser akquiriertes Neugeschäft nach Möglichkeit in der jeweiligen lokalen Landeswährung. So haben wir für unseren größten Fremdwährungsmarkt Großbritannien beispielsweise GBP-Refinanzierungen. Aber auch in Brasilien verfügen wir über BRL-Finanzierungen, und eine im letzten Jahr erstmals aufgelegte AUD-Anleihe unterstreicht diese Ambition. Denn unsere Tochtergesellschaften schließen ihr operatives Geschäft im Allgemeinen auf den jeweiligen lokalen Märkten und nicht über Landesgrenzen (Cross Border) hinweg ab. In einigen Fremdwährungsräumen jedoch nutzen wir die Refinanzierungsoptionen in Euro, welche wir über konzerninterne Transaktionen in die jeweilige lokale Währung transferieren und sofern ökonomisch sinnvoll mit Derivaten eventuelle Wechselkursschwankungen ökonomisch absichern.
Die Risikoberechnung der offenen Währungspositionen erfolgt im Rahmen der Risikotragfähigkeit mittels einer historischen Simulation für die entsprechenden Wechselkurse als Risikoparameter mit einem Risikohorizont von 12 Monaten und einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent.
Hauptsächlich ergeben sich Risiken durch Währungsschwankungen aus den finanziellen Vermögenswerten bzw. Forderungen und schwebenden Geschäften in Fremdwährung sowie der Fremdwährungsumrechnung für die Konsolidierung von Konzerngesellschaften. Der Einsatz von Derivaten – im Fremdwährungsbereich kommen Devisentermingeschäfte und Währungsswaps zum Einsatz – wirkt der Marktsensitivität der Grundgeschäfte, d.h. den Cashflows aus den finanziellen Vermögenswerten bzw. Forderungen, entgegen. Im Idealfall stellt sich eine nahezu vollständige Kompensation ein.
Weitere Währungsrisiken bestehen hauptsächlich im Bereich der Finanzierung für Konzerngesellschaften, die außerhalb der Euro-Zone agieren. Das Hedging offener Fremdwährungscashflows erfolgt auf Basis intern definierter Absicherungsgrenzen, die ab einem Bestand zum Tageskurs in Höhe von umgerechnet 500 TEUR pro Währung greifen. Als wesentliches Steuerungsinstrument kommen hierbei insbesondere Devisentermingeschäfte zum Einsatz.
Währungsrisiken, die aus den Zahlungsströmen emittierter Fremdwährungsanleihen resultieren, werden durch den Abschluss von laufzeitkongruenten Cross-Currency-Swaps abgesichert.
Das Credit-Spread-Risiko im Anlagebuch (CSRBB) umfasst Risiken aus marktweiten Veränderungen der Credit-Spreads (inkl. Market-Liquidity-Spreads), ohne idiosynkratische Komponenten oder bonitätsinduzierte Änderungen (z. B. Ratingmigration) zu berücksichtigen. Steigende Credit-Spreads erhöhen die Kosten für grenke bei neuen Kapitalmarktemissionen und können erst mit einem zeitlichen Verzug im Leasingneugeschäft eingepreist werden. In der Folge ist die Risikoart auch im Rahmen der adversen Szenarien der Kapitalplanung berücksichtigt.
Als Risikofaktor für CSRBB werden Schwankungen der segment- und ratingspezifischen Bonitätsspreadkurve (Financial Non-Banking, Rating BBB) betrachtet. Die Bonitätsspreadkurve zeigt den Kreditaufschlag (Spread) von Anleihen von Nicht-Bank-Finanzinstituten mit BBB-Rating im Vergleich zu risikofreien Renditen für verschiedene Laufzeiten. Veränderungen der Spreadkurve sind dabei nicht durch Ratingänderungen der Emittenten bedingt, sondern spiegeln marktweite Faktoren wider, die im Rahmen der CSRBB-Anforderungen relevant sind.
Unter Liquiditätsrisiken sind potenzielle Verluste zu verstehen, die dadurch entstehen können, dass liquide Geldmittel fehlen oder teurer als erwartet zu beschaffen sind, um Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Wesentliche Unterarten sind das Liquiditätsrisiko im engeren Sinn, d. h. das Risiko, dass gegenwärtige und künftige Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig oder fristgerecht erfüllt werden können, und das Refinanzierungsrisiko, d. h. das Risiko, dass zum benötigten Zeitpunkt eine Refinanzierung nur zu teureren Konditionen als erwartet getätigt werden kann.
Liquiditätsrisiken können aus allen Positionen entstehen, die mit externen Parteien eingegangen werden. Refinanzierungsquellen des grenke Konzerns setzen sich vornehmlich aus ABCP-Programmen sowie den Emissionen von Anleihen und Schuldscheinen, dem Einlagengeschäft der grenke Bank AG, der syndizierten Kreditlinie über ein Bankkonsortium sowie der Emission nachrangiger Schuldverschreibungen (Hybridkapital) zusammen.
Die Liquiditätsrisiken des grenke Konzerns werden durch das Einhalten der aufsichtsrechtlichen Kennziffern LCR und NSFR begrenzt. Ziel ist es, vornehmlich gemessen an der Duration eine Kongruenz zwischen Bilanzaktiva und -passiva sowie eine möglichst breite Diversifizierung der Refinanzierungsquellen zu erreichen. Konzentrationsrisiken in der Refinanzierung werden auf das wirtschaftlich Sinnvolle reduziert.
Wie auch bei den Marktpreisrisiken werden Liquiditätsrisiken durch den Grundsatz, keine nennenswerte Fristentransformation zu betreiben, insgesamt gemindert. Liquiditätsrisiken werden operativ vom Bereich Treasury, strategisch durch die Geschäftsleitung gesteuert und durch Corporate-Risk-Management überwacht. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt auf Konzernebene u. a. wöchentlich anhand verschiedener Liquiditätsübersichten (z. B. LCR und NSFR) und monatlich anhand der dynamischen Liquiditätsplanung und des Refinanzierungsplans. Es werden üblicherweise drei Stressszenarien (instituts- und marktspezifisch sowie kombiniert) beleuchtet. Die Anlage überschüssiger Liquidität ist unter Berücksichtigung und im Rahmen der genehmigten Kontrahentenlimite vorzunehmen.
Das Management des Liquiditätsrisikos umfasst die tägliche Steuerung der Zahlungsein- und -ausgänge. Für das kurzfristige Reporting wird jeweils am ersten Arbeitstag einer Kalenderwoche eine Liquiditätsübersicht erstellt und auf Vorstandsebene behandelt. Hierin sind alle relevanten Informationen zu den kurzfristigen Liquiditätsentwicklungen der nächsten Wochen enthalten. Die wöchentliche Liquiditätsübersicht zeigt den aktuellen Liquiditätsstatus des Konzerns. Hierbei liegt der Fokus auf den Zahlungsströmen aus dem Leasinggeschäft. Ferner werden auch Lohn- und Steuerzahlungen berücksichtigt.
Das Reporting unterscheidet drei Liquiditätsstufen.
TEUR
31.12.2025
31.12.2024
Liquidität 1 (Barliquidität)
466.640
466.922
Liquidität 2
(bis 4 Wochen)
260.513
87.424
Liquidität 3
(mehr als 4 Wochen)
704.799
888.717
Über das kurzfristige Steuern der Liquidität und das wöchentliche Reporting hinaus wird monatlich eine statische Liquiditätsplanung erstellt. Die Grundannahme dieser Planung ist die Liquidation des bestehenden Leasing-, Kredit- und Factoringportfolios gemäß den vertraglichen Vereinbarungen, sodass die Mittel aus den Vermögenswerten fristgerecht zufließen. Die Verbindlichkeiten werden ebenfalls fristgerecht auf Basis kontrahierter Vereinbarungen zurückgeführt. Da die Duration der Passivseite (Verbindlichkeiten) ungefähr der des Portfolios entspricht, ist eine weitgehend fristenkongruente Finanzierung sichergestellt. Diesbezüglich wird zusätzlich auf die Übersicht der erwarteten Mittelabflüsse aus vertraglichen Verpflichtungen in Abschnitt 2.7.3 „Liquidität“ verwiesen.
Zudem erfolgt monatlich eine dynamische Liquiditätsplanung, die darauf abzielt, den Liquiditätsstatus unter Stressbedingungen und damit das Liquiditätsrisiko im eigentlichen Sinn für die nächsten Perioden abzubilden und der Steuerung des Gesamtkonzerns im Hinblick auf seine Liquidität dient. Das Refinanzierungsrisiko wird mindestens quartalsweise im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung bewertet. Dabei wird überprüft, ob und inwieweit ein Anstieg der Credit-Spreads die Refinanzierungskosten und damit das Refinanzierungsrisiko erhöht.
Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge einer Unzulänglichkeit oder des Versagens interner Verfahren, Menschen und Systeme oder infolge externer Ereignisse eintreten. Die Definition schließt Rechtsrisiken ein, wohingegen strategische und Reputationsrisiken hier nicht einbezogen werden.
Operationelle Risiken (gemäß CRR) resultieren insbesondere aus externen betrügerischen Handlungen sowie menschlichem Versagen, physikalischen Gefährdungen, unzureichenden internen Regelungen und internen betrügerischen Handlungen. Diese Risikounterart ist im Rahmen der Risikoinventur infolge ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage als wesentlich bewertet.
Verhaltensrisiken ergeben sich sowohl aus unangemessener Erbringung von Finanzdienstleistungen in den Bereichen Leasing, Bank, Factoring sowie aus Themen zu Kunden, Produkten und Geschäftsgepflogenheiten als auch aus internen betrügerischen Handlungen und menschlichem Versagen. Compliance-Risiken entstehen unter anderem aus unzureichenden internen Regelungen. Diese zwei Risikounterarten sind im Rahmen der Risikoinventur infolge ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage als wesentlich bewertet.
Modellrisiken können sich durch Fehler in der Entwicklung, Einführung oder bei Anwendung von Modellen ergeben. Modellrisiken sind infolge ihrer Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage als wesentlich bewertet.
Informations- und Kommunikationstechnologie-(IKT-)Risiken und Informationssicherheitsrisiken entstehen für grenke durch Cyberattacken und technisches Versagen/Fehler sowie aus menschlichem Versagen und unzureichenden internen Regelungen. Die Risikounterarten des IKT-Risikos sind im Rahmen der Risikoinventur insbesondere infolge ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage als wesentlich bewertet.
Humankapitalrisiken, insbesondere aus personellen Engpässen, Fluktuation oder unzureichender Qualifikation, werden nicht als eigenständige Risikokategorie geführt, sondern als Bestandteil des operationellen Risikos berücksichtigt.
Operationelle Risiken sind durch Limite im Rahmen des Risikotragfähigkeitsmodells begrenzt. Die regelmäßige Quantifizierung innerhalb der Risikotragfähigkeitsrechnung erfolgt aktuell über den Standardansatz nach Basel IV als Basismodell inklusive einer Komponente zur Berücksichtigung institutsindividueller Verlustdaten. Für Zwecke der Ermittlung der Gesamtkapitalquote nach CRR III auf Konzernebene wird das operationelle Risiko nach dem neuen aufsichtsrechtlichen vereinheitlichten Standardansatz ermittelt. Daneben werden einzelne Ausprägungen des IKT-Risikos quartalsweise ermittelt und im Rahmen der Risikoberichterstattung ausgewiesen. Während das Rechts- und Compliance-Risiko bereits über das interne Risikotragfähigkeitsmodell berücksichtigt werden, wird das Modellrisiko im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung gesondert betrachtet. Das Modellrisiko wird in Form eines Risikopuffers, abgeleitet aus der Risikoinventur, angesetzt.
Für die konzernübergreifende Überwachung der operationellen Risiken hat grenke Indikatoren (z. B. Kosten- und Organisationsindikatoren) implementiert. Des Weiteren werden sämtliche Betrugsfälle und sonstige operationelle Schäden in einer Schadensfalldatenbank gesammelt und ausgewertet. Zur frühzeitigen Ableitung von Steuerungsmaßnahmen wird die Höhe der operationellen Schadensfälle mit Schwellenwerten überwacht. Im Zusammenhang mit Humankapitalrisiken wird die Mitarbeiterfluktuation als Indikator regelmäßig überwacht. Ein gruppenweites Compliance-Management-System überwacht die vielfältigen internationalen Anforderungen, und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig durch Sensibilisierungsmaßnahmen informiert und geschult.
Neben der jährlichen Risikoinventur und der laufenden Meldung von Schäden und Risiken trägt auch das jährliche OpRisk-Self-Assessment zur Identifizierung operationeller Risiken bei. Das Ziel des Risikomanagementprozesses für operationelle Risiken ist die Abschwächung des Verlustpotenzials unter Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei gleichzeitiger Optimierung des Einsatzes und des Schutzes von Vermögenswerten.
Sämtliche Kerngeschäfts-, Management- und Supportprozesse des grenke Konzerns sind entlang der Geschäftsstrategie ausgerichtet, standardisiert sowie digitalisiert. Es erfolgt eine laufende Weiterentwicklung mit dem Ziel der Vereinfachung und Beschleunigung. Voraussetzung dafür ist eine technologisch moderne und in hohem Maß flexible Systemarchitektur, deren Veränderung (Changemanagement) inhaltlich und methodisch systematisch dokumentiert und regelmäßig überprüft wird. Eine hohe betriebliche Stabilität wird durch eine kontinuierliche Modernisierung der Infrastruktur, basierend auf einer vollständig redundanten Rechenzentrumsarchitektur, erreicht. Der 2023 begonnene Aufbau einer passenden Multi-Cloudinfrastruktur wurde 2025 weitgehend abgeschlossen und Teile der IT-Landschaft in die Cloud migriert. Das IT-Risikomanagement umfasst eine vollständige Risikotransparenz über alle Funktionsbereiche der IT hinweg, das heißt Organisation, Prozesse, Anwendungen, Infrastrukturbetrieb inklusive IT-Sicherheit, Projekte und Compliance.
Die Messung und Steuerung der Cyberrisiken und IKT-Risiken erfolgen auf Grundlage von Informationsverbünden, deren Basis die für grenke spezifischen Geschäftsprozesscluster sind. Diese werden mit weiteren IT-spezifischen Informationen wie z. B. genutzten Applikationen oder Hardwarekomponenten angereichert. Das gemessene IKT- und Cyberrisiko bezieht sich damit auf die wesentlichen Geschäftsprozesse und liefert eine belastbare Aussage zur Qualität der Leistungsunterstützung durch die IKT-Systeme des Konzerns. Im Berichtsjahr wurden im Rahmen der Risikoinventur die relevanten IKT- und Cyberrisiken erfasst. Trotz bestehender latenter Risiken ist die Leistungserbringung der IKT-Systeme des Konzerns insgesamt angemessen. Die identifizierten Feststellungen werden in laufenden Projekten adressiert.
Im Jahr 2025 hat grenke das Business-Continuity-Management (BCM) gezielt weiterentwickelt und damit die betriebliche Resilienz des Unternehmens nachhaltig gestärkt. Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Organisation, die frühzeitige Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen sowie die Weiterentwicklung eines wirksamen und verlässlichen Business-Continuity-Management-Systems (BCMS).
Das BCM konnte im Berichtsjahr seine Rolle im Rahmen der Umsetzung regulatorischer und strategischer Initiativen weiter stärken. In diesem Kontext leistet das BCM einen wesentlichen Beitrag zur Identifikation kritischer oder wichtiger Funktionen sowie zur Stärkung der operationalen Resilienz. Die Ausgestaltung der BCM-Berichterstattung erfolgte im Berichtsjahr in Anlehnung an die Grundsätze der ISO 22301.
Ein wesentlicher Erfolg im Berichtsjahr war zudem die gezielte Stärkung der Governance und der unterstützenden Steuerungsmechanismen des BCM. Einheitliche Vorgaben, abgestimmte Regelwerke und klar definierte Verantwortlichkeiten förderten Transparenz und Verlässlichkeit. Die enge Verzahnung mit der Information Security, der IT und dem Corporate Risk Management unterstützte einen integrierten Steuerungsansatz, der kritische oder wichtige Funktionen ganzheitlich absichert und fundierte Entscheidungsgrundlagen ermöglicht.
Die Business-Impact-Analyse (BIA) wurde gezielt weiterentwickelt und transparent aufbereitet. Eine konsistente Methodik, die geschärfte Einstufung kritischer oder wichtiger Funktionen sowie die klare Darstellung von Abhängigkeiten schufen eine verlässliche Grundlage für Transparenz und eine einheitliche Anwendung bei grenke – insbesondere im Hinblick auf die Bewältigung von Notfällen und Krisensituationen. Ergänzende interne Kommunikationsmaßnahmen und Schulungsunterlagen förderten ein gemeinsames Verständnis in den beteiligten Organisationseinheiten.
Zur weiteren Stärkung der Resilienz wurden die Notfall- und Testszenarien systematisch fortgeschrieben und in die bestehende Notfallorganisation integriert. Erkenntnisse aus externen Ereignissen, einschließlich großflächiger Versorgungsstörungen in Europa (z. B. Stromausfälle auf der Iberischen Halbinsel), sowie aus internen Analysen wurden im Berichtsjahr genutzt, um die Notfallvorsorge kontinuierlich weiter zu verbessern.
Darauf aufbauend wurden neue und weiterentwickelte Vorlagen für Geschäftsfortführungspläne sowie IKT-bezogene Reaktions- und Wiederanlaufpläne bereitgestellt. Die Einführung wurde durch begleitende Kommunikation und Schulungsmaßnahmen unterstützt. Auf dieser Basis werden die bestehenden Notfallpläne fortlaufend weiterentwickelt, um die Handlungsfähigkeit in Krisensituationen weiter zu stärken.
Darüber hinaus wurden die Digitalisierung und Systemunterstützung des Business-Continuity-Managements weiter vorangetrieben. Ein zentrales Tool unterstützt die konsistente und benutzerfreundliche Abbildung der BIA sowie der Notfall- und Krisenvorsorge. Die im Berichtsjahr umgesetzte Testphase stärkte die praxisnahe Nutzung und die nachhaltige Verankerung der digitalen BCM-Unterstützung.
Für das Jahr 2026 ist vorgesehen, die Digitalisierung des BCM konsequent fortzuführen. Das eingesetzte BCM-Tool soll produktiv genutzt werden und die BCM-Prozesse durchgängig unterstützen. Damit wird die Transparenz erhöht, die Steuerungsfähigkeit weiter verbessert und die effiziente Zusammenarbeit über Organisationseinheiten hinweg gestärkt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kontinuierlichen Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Bestehende Schulungs- und Kommunikationsformate werden weiterentwickelt und gezielt ausgebaut, um das Bewusstsein für Business Continuity, Notfallvorsorge und Krisenmanagement nachhaltig zu stärken. Ergänzend wird der Fokus verstärkt auf die Weiterentwicklung des Krisenmanagements gelegt, um die Handlungsfähigkeit der Organisation auch in komplexen und dynamischen Situationen weiter zu festigen. Zudem sind für das Jahr 2026 eine Weiterentwicklung des Notfalltestkonzepts sowie eine Weiterführung und kontinuierliche Verbesserung von Notfallübungen und Notfalltests zur Überprüfung und Stärkung der Notfallvorsorge vorgesehen.
Das Geschäfts- und strategische Risiko bezeichnet das Risiko einer unerwarteten Ergebnisentwicklung, die nicht durch andere Risikoarten abgedeckt ist. Insbesondere umfasst dies Risiken aufgrund von Veränderungen wesentlicher Rahmenbedingungen (z. B. Wirtschafts- und Produktumfeld, gesetzliche Veränderungen im Kontext Nachhaltigkeit, Kundenverhalten, Wettbewerbssituation) und/oder aufgrund einer nicht angemessenen strategischen Positionierung Verlusten nicht begegnet werden kann. Diese Risiken werden in der Gruppe als wesentlich erachtet.
Der unternehmerische Erfolg des grenke Konzerns hängt in hohem Maß vom Erfolg der Vertriebsaktivitäten innerhalb der adressierten Vertriebskanäle ab. Die Gefahren der Nichterreichung der Vertriebsziele liegen darin, dass die Vertriebsleistung aufgrund externer oder interner Faktoren nicht wie erwartet eintritt und somit die in der Vertriebsplanung hinterlegten Prämissen (Neugeschäftsannahmen) sich entgegen der Erwartung bewegen.
Das zentrale Modelldesign im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit ist der Ansatz Earnings at Risk, bei dem die empirischen Plan-Ist-Abweichungen ausgewählter GuV-Positionen auf Basis von Geschäftsjahren analysiert und zu einer ausreichend konservativen Risikokennzahl aggregiert werden.
In einem dynamischen Marktumfeld ist es wichtig, Änderungen frühzeitig zu antizipieren und rechtzeitig Maßnahmen zur Anpassung an neue Marktgegebenheiten sowie zur Begrenzung potenzieller Risiken zu ergreifen. Die grenke AG beobachtet deshalb die exogenen Markteinflüsse sowie die hieraus entstehenden Risiken.
Das Reputationsrisiko ist das Risiko, dass infolge einer Rufschädigung bzw. einer Schädigung des Unternehmensansehens negative Auswirkungen in Bezug auf wesentliche Kennzahlen wie beispielsweise die Erträge, die Eigenmittel, die Liquidität und den Aktienkurs entstehen. Reputationsrisiken werden im grenke Konzern als wesentlich erachtet.
Dem Reputationsrisiko kommt eine besondere Bedeutung zu. Für grenke als kapitalmarktorientiertes Unternehmen ist eine einwandfreie Reputation u. a. im Hinblick auf ihre Marktposition und die Refinanzierungsmöglichkeiten besonders relevant.
Innerhalb der Risikotragfähigkeitsrechnung werden die Reputationsrisiken durch einen pauschalen Risikopuffer berücksichtigt, welcher aus der Risikoinventur abgeleitet wird.
Die Steuerung des Reputationsrisikos erfolgt in erster Linie über eine vorausschauende und nachhaltige Unternehmensführung und ein adäquates Risikomanagement, die durch solide Governance-Strukturen und eine transparente Unternehmenskommunikation unterstützt werden.
Sonstige Risiken beinhalten bzw. betrachten neben den Gefahren aus der Veränderung des rechtlichen, politischen oder gesellschaftlichen Umfelds auch das Pensionsrisiko, Versicherungsrisiko, Immobilienrisiko, Beteiligungsrisiko, Step-in-Risiko, Staatsrisiko sowie Steuerrisiko.
Von den Unterarten der sonstigen Risiken wurde das Steuerrisiko im Rahmen der aktuellen Risikoinventur in der Ertragslage als wesentlich eingestuft. Es umfasst insbesondere Risiken aus Änderungen steuerlicher Vorschriften sowie aus abweichenden steuerlichen Beurteilungen durch Finanzbehörden. Potenzielle Auswirkungen können sich in zusätzlichen Steueraufwendungen oder Nachzahlungen niederschlagen. Das Steuerrisiko wird im Rahmen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeitsrechnung berücksichtigt
Die weiteren Risikoarten und Risikounterarten unter der Kategorie sonstige Risiken
werden als unwesentliche Risikounterarten betrachtet.
Der Prozess zur Analyse der in der Risikoinventur als unwesentlich klassifizierten Risiken wird in Bezug auf in Einzelbetrachtung unwesentliche Risiken um eine Gesamtbetrachtung unter Einbezug aller nachgelagerten Unternehmen ergänzt. Zusätzlich wird eine Überprüfung der Wesentlichkeit der Summe aller im Einzelnen unwesentlichen Risiken mit aufgenommen.
In einem dynamischen Marktumfeld ist es wichtig, Änderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zur Anpassung an neue Marktgegebenheiten sowie zur Begrenzung potenzieller Risiken zu ergreifen. grenke beobachtet deshalb die exogenen Markteinflüsse sowie die hieraus eventuell entstehenden Risiken. Mit Einrichtung und konsequenter Weiterentwicklung des Risikoinventars sowie des Frühwarnindikatorsets werden insbesondere sonstige Risiken innerhalb des Konzerns nach einheitlichem Muster identifiziert, bewertet und überwacht.
ESG-Risiken umfassen eine Vielzahl von Aspekten. ESG-Risiken in den Bereichen Klima und Umwelt (Environmental) unterteilen sich in physische Risiken und transitorische Risiken. Physische Risiken beziehen sich auf die direkten Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung, wie z. B. Überschwemmungen, Dürren und andere extreme Wetterereignisse (akute physische Risiken). Sie können sich aber auch durch langfristige Veränderungen klimatischer und ökonomischer Bedingungen ergeben (chronisch physische Risiken). Dabei können physische Risiken auch indirekte Folgen haben. Transitorische Risiken sind hingegen Risiken, die sich etwa aus politisch motivierten Veränderungen oder Veränderungen im Verbraucherverhalten ergeben können. Soziale Risiken (Social) betreffen die sozialen Aspekte der Unternehmensführung und können sowohl interne Aspekte, wie Arbeitsbedingungen und Mitarbeitermotivation, als auch externe Faktoren, wie die Beziehung zu Kunden, Lieferanten und der lokalen Gemeinschaft, umfassen. Themen wie Menschenrechte, Arbeitssicherheit, Diversität und Inklusion sowie die Verantwortung in der Lieferkette spielen hier eine zentrale Rolle. Risiken der Unternehmensführung (Governance) betreffen die Art, wie ein Unternehmen geführt wird, und beinhalten Aspekte wie Transparenz, ethische Geschäftspraktiken, Korruptionsprävention, Rechenschaftspflicht der Führungskräfte sowie die Unabhängigkeit und Integrität des Aufsichtsrats.
Der grenke Konzern sieht ESG-Risiken als Teilaspekt der bekannten Risikoarten an. Das heißt, ESG-Risiken sind nicht als isolierte Risikoart im Risikokatalog zur Risikoinventur definiert. ESG-Risiken wirken sich auf verschiedene Risikoarten aus. Neben dem derzeitigen Einfluss der ESG-Risiken wird zusätzlich auch der zukünftige Einfluss über unterschiedliche Zeitdimensionen berücksichtigt.
Im Rahmen der Risikoinventur wird eine qualitative Bewertung für ESG-Risiken als Risikotreiber für die verschiedenen Risikoarten vorgenommen und eine Heat-Map erstellt, um die Entwicklung des Einflusses im Zeitverlauf darzustellen. Gegenwärtig wird für alle Risikoarten ein Einfluss durch ESG-Risiken festgestellt. Insbesondere die Klima- und Umweltrisiken werden über die Zeit hinweg voraussichtlich weiter zunehmen und langfristig als wesentlich eingestuft. Zur weiteren Analyse des Einflusses von ESG-Risiken wurde zusätzlich eine Einwertung auf Basis des ESG-Scores durchgeführt. Der ESG-Score dient als internes Scoringmodell zur Bewertung von ESG-Risiken für das Mengengeschäft. Auf Basis dieses Scoringmodells kann nachfolgend ein regelmäßiges Bestandsclustering erfolgen, auf dessen Grundlage wiederum regelmäßige Veränderungsanalysen und detailliertere Risikoanalysen insbesondere in den Randbereichen erfolgen. Scores können dabei insbesondere auf Teilportfolien aggregiert werden (z. B. Branchen und Länder). Einzelne Risikotreiberscores (E-physisch, E-transitorisch, S und G) bieten ebenfalls eine gute Differenzierbarkeit. Die Betrachtung der physischen Risiken schließt explizit wissenschaftliche Zukunftsbetrachtungen mit ein.
Weiterhin werden im Rahmen der Stresstestrechnungen ESG-Risiken für die ökonomische und die normative Sicht der Risikotragfähigkeit bezüglich des Kapitals abgebildet. Die Integration von ESG-Risiken in den Risikocontrollingprozess ist ein wesentlicher Schritt, um auf die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstem Wirtschaften zu reagieren. Die kontinuierliche Anpassung der Risikomanagementprozesse sowie die enge Zusammenarbeit zwischen den relevanten Abteilungen und der Unternehmensführung gewährleisten, dass ESG-Risiken angemessen in die langfristige Unternehmensstrategie eingebunden werden.
Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive war im grenke Konzern im Jahr 2025 durchgehend gegeben. Die Kapitalquoten lagen zu jedem Stichtag der Risikoberichterstattung über den aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen.
Im Vergleich zum Vorjahr sind sowohl die harte Kernkapitalquote als auch die Gesamtkapitalquote per 31. Dezember 2025 gesunken. Die Gesamtkapitalquote CRR liegt zum Berichtsstichtag bei 15,2 Prozent (Vorjahr: 17,4 Prozent), die harte Kernkapitalquote bei 12,4 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent). Haupttreiber dieser Entwicklung waren einerseits das starke Neugeschäftswachstum, das zu einem Anstieg der risikogewichteten Aktiva (RWA) führte, und andererseits zusätzliche Auswirkungen von im Jahr 2025 erfolgreich durchgeführten M&A-Transaktionen.
Zusätzlich zur risikoadjustierten Eigenkapitalanforderung verlangt die CRR durch die Leverage-Ratio auch die Beachtung einer größtenteils auf bilanzielle Verhältnisse abstellende und somit eine gegenüber Risiko insensitive Kapitalquote. Zum Stichtag ergab sich hier eine Quote gemäß Art. 429 CRR von 12,5 Prozent (Vorjahr: 14,3 Prozent). Die von den Aufsichtsbehörden zum Stichtag geforderte Mindestquote in Höhe von 3,0 Prozent wurde somit erfüllt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Kernkapitals, die Summe der Eigenmittel und die relevanten Risikopositionen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025.
TEUR
31.12.2025
31.12.2024
Eingezahlte Kapitalinstrumente
46.496
46.496
Agio
298.019
298.019
Einbehaltene Gewinne
783.933
773.400
Sonstiges Ergebnis
9.215
4.499
Abzugsposten vom Kernkapital
– 247.380
– 154.802
Übergangsbestimmungen nach Artikel 478 CRR
–
–
Summe des harten Kernkapitals nach Artikel 26 CRR
890.283
967.612
Summe des zusätzlichen Kernkapitals nach Artikel 51 CRR
200.000
200.000
Summe des Ergänzungskapitals nach Artikel 62 CRR
Summe der Eigenmittel nach Artikel 25 ff. CRR
1.090.283
1.167.612
TEUR
31.12.2025
31.12.2024
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber
Zentralstaaten oder Zentralbanken
–
–
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber
regionalen/lokalen Gebietskörperschaften
7.071
7.687
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber
Instituten/Unternehmen mit kurzfristigem Rating
8.119
9.791
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber Unternehmen
310.282
268.544
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus dem Mengengeschäft
135.494
124.637
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus sonstigen Positionen
31.455
17.283
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus Beteiligungen
228
236
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus nachrangigen Verbindlichkeiten
1.979
–
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus ausgefallenen Positionen
32.347
27.690
Summe Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko
526.921
455.869
Summe Eigenmittelanforderungen Marktrisiko
–
–
Summe Eigenmittelanforderungen operationelle Risiken
46.198
80.411
Summe Eigenmittelanforderungen Anpassungen der Kreditbewertung
1.501
1.720
Eigenmittelanforderungen insgesamt
574.619
538.000
Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive war im grenke Konzern im Jahr 2025 durchgehend gegeben.
Das Risikodeckungspotenzial des grenke Konzerns in der ökonomischen Perspektive beträgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 2.295 Mio. EUR (Vorjahr: 2.299 Mio. EUR). Davon sind zum 31. Dezember 2025 in Summe 1.565 Mio. EUR (Vorjahr: 1.509 Mio. EUR) als Risikokapital in Form von Limiten auf die wesentlichen Risikoarten allokiert. Die vom Vorstand beschlossenen Limite im Rahmen der ökonomischen Perspektive wurden zu jedem Berichtsstichtag eingehalten.
zum Stichtag 31.12.2025
in Mio. EUR
Auslastung
in %
Risikodeckungspotenzial
2.295,4
Risikolimit
1.565,0
68,0
Risiko
1.029,6
66,0
Ist-Risiko
in Mio. EUR
Auslastung
in %
Kreditrisiko
766,9
65,5
Marktpreisrisiko
74,2
53,0
Operationelles Risiko
78,3
65,2
Geschäfts- und strategisches Risiko (Risikopuffer)
65,2
72,4
Reputationsrisiko
(Risikopuffer)
45,0
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung beträgt das barwertige Gesamtrisiko des grenke Konzerns bei einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 1.030 Mio. EUR (Vorjahr: 1.001 Mio. EUR). Damit ergibt sich zum Stichtag eine Limitauslastung in Höhe von 66 Prozent (Vorjahr: 66 Prozent). Die in der zum Bilanzstichtag gültigen Risikostrategie des Konzerns vorgegebene Gesamtrisikoauslastung von dauerhaft unter 95 Prozent wurde somit eingehalten.
Wie im Vorjahr bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2025 keine Risiken, deren Eintritt den Bestand des Konzerns oder eines wesentlichen Konzernunternehmens gefährden würden. Hinsichtlich der künftigen Entwicklung von Konzern und Gesellschaft sowie ihrer Tochtergesellschaften sind besondere, über das normale Maß hinausgehende und mit dem Geschäft verbundene Risiken nicht zu erkennen.
Der unerwartete Verlust aus Kreditrisiken liegt zum Berichtsstichtag bei ca. 767 Mio. EUR (Vorjahr: 743 Mio. EUR). Die Auslastung des Risikolimits liegt bei 66 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent). Das im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Risiko resultiert im Wesentlichen aus dem angestiegenen Forderungsvolumen infolge des Neugeschäftswachstums.
Das Forderungsvolumen des grenke Konzerns betrug zum 31. Dezember 2025 insgesamt 8,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 7,7 Mrd. EUR). Mit ca. 7,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 6,5 Mrd. EUR) entfiel der weit überwiegende Teil des Forderungsvolumens auf die kurz- und langfristigen Leasingforderungen.
TEUR
31.12.2025
31.12.2024
Kurzfristige Forderungen
Zahlungsmittel
674.092
974.551
Leasingforderungen
2.489.734
2.594.088
Finanzinstrumente mit positivem Marktwert
4.884
4.555
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
159.222
102.012
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
10.758
9.706
Summe kurzfristige Forderungen
3.338.691
3.684.912
Langfristige Forderungen
Leasingforderungen
4.852.193
3.922.154
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
63.803
79.776
Finanzinstrumente mit positivem Marktwert
3.316
12.969
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
2.053
2.444
Summe langfristige Forderungen
4.921.366
4.017.342
Summe Forderungsvolumen
8.260.057
7.702.255
Die Zahlungsmittel enthielten zum Stichtag 31. Dezember 2025 ein Bundesbankguthaben in Höhe von 549,2 Mio. EUR (Vorjahr: 790,7 Mio. EUR). Die übrigen Zahlungsmittel umfassten – bis auf 12,1 TEUR Kassenbestand (Vorjahr: 6,9 TEUR) – Guthaben bei inländischen und ausländischen Banken. Die Finanzinstrumente mit positivem Marktwert stellten die zum Zeitwert bilanzierten Derivate des Konzerns zum Stichtag dar. Die erwarteten Ausfallschäden lagen für das Neugeschäftsportfolio 2025 des grenke Konzerns bei durchschnittlich 6,2 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent) bezogen auf die Anschaffungskosten der Leasinggegenstände und auf die gesamte Vertragslaufzeit von durchschnittlich 49 Monaten (Vorjahr: 49 Monate).
Die Verteilung des Neugeschäfts des grenke Konzerns (ohne Forderungen aus dem Factoringgeschäft) nach Größenklassen ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Prozent
31.12.2025
31.12.2024
< 2,5 TEUR
3,94
4,07
2,5 – 5 TEUR
11,02
11,78
5 – 12,5 TEUR
19,52
20,04
12,5 – 25 TEUR
17,58
18,10
25 – 50 TEUR
15,53
16,24
50 – 100 TEUR
14,32
14,13
100 – 250 TEUR
12,49
11,34
> 250 TEUR
5,60
4,30
Da die Forderungen aus dem Factoringgeschäft durchgängig kurzfristiger Natur sind, erfolgt die Aufschlüsselung der Forderungen aus dem Neugeschäft nach den Laufzeitklassen ausschließlich für die Geschäftsbereiche Leasing und Bank. Die durchschnittliche Vertragslaufzeit des im Berichtsjahr kontrahierten Neugeschäfts betrug unverändert wie im Vorjahr 49 Monate.
Auf Leasingforderungen entfällt zum 31. Dezember 2025 ein Anteil von 89 Prozent des gesamten Forderungsvolumens des grenke Konzerns (Vorjahr: 85 Prozent). Entsprechend betrachtet der Konzern das Kreditausfallrisiko seiner Leasingkunden als das wesentlichste Risiko. Zum 31. Dezember 2025 liegt der Portfolioschwerpunkt auf den sogenannten Top-6-Ländern Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, auf die insgesamt 71 Prozent des gesamten Forderungsvolumens des Leasinggeschäfts entfallen.
Zur Bestimmung der Risikovorsorge für Leasingforderungen gemäß IFRS 9 werden diese abhängig von ihrem jeweiligen Kreditrisiko in drei Stufen eingeteilt. Die Wertberichtigungen für Leasingverträge der Stufe 1 entsprechen dem erwarteten Verlust für einen Zwölfmonatszeitraum. Für Leasingforderungen in Stufe 2 wird eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten Verlusts für die gesamte restliche Vertragslaufzeit gebildet. Für Leasingforderungen der Stufe 3 werden die erwarteten Schäden als Risikovorsorge angesetzt. Die Zuführung zur Risikovorsorge auf Konzernebene für das Leasinggeschäft liegt im laufenden Jahr bei 194,5 Mio. EUR.
Über den Ankauf konzerninterner Leasingforderungen stellt die grenke Bank AG eine wesentliche Säule in der Refinanzierungsstrategie des grenke Konzerns dar. Weiterhin erfolgen konzerninterne Refinanzierungen von Tochtergesellschaften der grenke Gruppe. Darüber hinaus setzen sich die aus dem Kreditgeschäft der grenke Bank AG resultierenden Forderungen im Wesentlichen aus Mikrokredit- und bankeigenem KMU-Geschäft zusammen. Die Kreditausfallrisiken stellen das wesentliche Risiko der grenke Bank AG dar.
Der konzerninterne Leasingankauf stellt mit einem Anteil von ca. 87,3 Prozent und einem Risikovolumen von 2.069 Mio. EUR den mit Abstand größten Anteil am Kundengeschäft der Bank dar. Die konzerninterne Refinanzierung von Unternehmen der grenke Gruppe beläuft sich auf ein Risikovolumen von 70,1 Mio. EUR. In Zusammenarbeit mit dem Mikrokreditfonds Deutschland und ausgewählten Mikrofinanzinstituten vergibt die grenke Bank AG seit 2015 Kleinstkredite bis maximal 25 TEUR an KMU. Die Bearbeitung und Refinanzierung erfolgt im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland. Das Kreditausfallrisiko wird vollständig durch den Mikrokreditfonds Deutschland getragen. Das Forderungsvolumen der grenke Bank AG aus dem Mikrokreditgeschäft lag zum Jahresende 2025 bei 92,4 Mio. EUR (Vorjahr: 91,3 Mio. EUR). Als Finanzierungspartner für KMU bietet die grenke Bank AG zudem Darlehen und Kontokorrentlinien in eigenem Obligo für KMU an. Das Risikovolumen der grenke Bank AG aus dem KMU-Kreditgeschäft betrug zum Jahresende 2025 68,0 Mio. EUR (Vorjahr: 51,0 Mio. EUR). Das Kreditgeschäft der grenke Bank AG hat ebenfalls einen Fokus auf den Small-Ticket-Bereich, und das durchschnittliche Forderungsvolumen auf Kundenebene lag zum 31. Dezember 2025 bei 15,2 TEUR (Vorjahr: 12,7 TEUR).
Die Ermittlung der Risikovorsorge bei den Forderungen aus dem Kreditgeschäft der grenke Bank AG basiert auf einer individuellen Festlegung der Einzelwertberichtigung pro Engagement. Im Jahr 2025 konnte die grenke Bank 0,5 Mio. EUR an Risikovorsorge für das Kreditgeschäft auflösen. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus der Auflösung gebildeter Risikovorsorge aufgrund von Einbringungen und Rückführungen aus schadhaften Forderungen sowie der Zuschreibung einer gehaltenen Beteiligung.
Das Factoringgeschäft des grenke Konzerns konzentriert sich ebenfalls auf den Small-Ticket-Bereich. Neben eigenen Tochtergesellschaften in Deutschland, Großbritannien, Irland und Ungarn erbringen Niederlassungen der grenke Bank in Italien und Portugal Factoringdienstleistungen. Die Factoringeinheiten des Konzerns wickeln zum größten Teil Factoringverträge mit jeweils inländischen Debitoren ab. Dabei wird im Wesentlichen das sogenannte „offene Factoring“ angeboten, bei dem die Rechnungsempfänger (Debitoren) über die Abtretung bestehender Forderungen informiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Verträge in Form des stillen Factorings angeboten, bei dem der Debitor nicht über die Abtretung der bestehenden Forderung an die Factoringgesellschaft informiert wird. Darüber hinaus umfasst das Leistungsangebot auch das unechte Factoring, bei dem das Delkredererisiko bei den Factoringkunden verbleibt. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 belief sich der Bestand an Factoringforderungen aller Gesellschaften auf 87,48 Mio. EUR (Vorjahr: 103,41 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Verkauf der Factoringesellschaft in Polen und der Einstellung der Geschäftstätigkeit der Factoringgesellschaft in der Schweiz begründet.
Zum 31. Dezember 2025 gab es im Factoringgeschäft des Konzerns 13 Kunden mit einem Forderungsbestand von mehr als 1,0 Mio. EUR, auf die 23,92 Prozent der gesamten Factoringforderungen entfielen.
Für die erwarteten Ausfälle aus Factoringforderungen werden Wertberichtigungen anhand des 12-Month-Expected-Credit-Loss gebildet. Da es sich bei Factoringforderungen um kurzlaufende Forderungen handelt, entspricht der 12-Month-Expected-Credit-Loss dem Life-
time-Expected-Credit-Loss. Der Bestand an Wertberichtigungen im Factoringgeschäft lag zum Stichtag 31. Dezember 2025 bei 7,8 Mio. EUR (Vorjahr: 10,0 Mio. EUR). Der Rückgang zur Risikovorsorge auf Konzernebene für das Factoringgeschäft liegt im laufenden Jahr bei 2,2 Mio. EUR. Auch dies resultiert größtenteils aus dem Verkauf der polnischen Gesellschaft und der Einstellung der Geschäftstätigkeit der Factoringgesellschaft in der Schweiz.
grenke trennt sich von der gesamten Factoringsparte. Während der Verkauf der Gesellschaft in Polen abgeschlossen ist, folgen im Jahr 2026 die Gesellschaften in Großbritannien, Irland, Deutschland und Ungarn sowie die Niederlassungen der grenke Bank in Italien und Portugal.
Der Verkauf der Gesellschaften in Deutschland und Ungarn ist jedoch noch von der Zustimmung der jeweiligen Aufsicht im Inhaberkontrollverfahren abhängig.
Der Konzern ist zum Stichtag über die grenke Bank AG mit 13,7 Prozent an der in München ansässigen Finanzchef24 GmbH beteiligt, die in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Im Jahr 2023 erwarb der Konzern eine Minderheitsbeteiligung an der Miete24 P4Y GmbH in Höhe von 26,0 Prozent.
Der unerwartete Verlust aus Marktpreisrisiken wird auf Basis einer historischen Simulation mit Konfidenzniveau 99,9 Prozent ermittelt und liegt zum Berichtsstichtag bei ca. 74,2 Mio. EUR (Vorjahr: 116 Mio. EUR). Die Auslastung des Risikolimits liegt bei 53 Prozent (Vorjahr: 58 Prozent). Das Zinsänderungsrisiko liegt bei 72,4 Mio. EUR (Vorjahr: 114 Mio. EUR).
Zum Stichtag beträgt das Ergebnis des aufsichtsrechtlichen Standardzinsschocks für den Economic Value of Equity (EVE) bei einem parallelen Anstieg der Zinsen um 200 Basispunkte – 3,24 Prozent (Vorjahr: – 5,18 Prozent), während bei einem parallelen Rückgang um 200 Basispunkte ein Anstieg von +2,66 Prozent (Vorjahr: +4,80 Prozent) zu verzeichnen ist. In der Net-Interest-Income-(NII-)Perspektive beträgt die Veränderung des Zinsergebnisses unter einem parallelen Zinsschock von +200 Basispunkten +1,11 Prozent und unter einem parallelen Zinsschock von – 200 Basispunkten –1,50 Prozent.
Die VaR-Berechnung zum Währungsrisiko mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent ergab zum Stichtag 31. Dezember 2025 ein Risiko von 1,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR). Aufgrund der strengen Volumenbegrenzung für Fremdwährungsbestände und eines historischen Fokus auf Euro-Länder blieb das Fremdwährungsrisiko im Berichtsjahr auch bei teilweise deutlichen Währungskursschwankungen gering. Nach Einschätzung des Managements ist der Konzern unter materiellen Gesichtspunkten hauptsächlich dem Wechselkursrisiko des britischen Pfunds (GBP), australischen Dollars (AUD), Schweizer Franken (CHF), der schwedischen Krone (SEK), des brasilianischen Real (BRL) und der dänischen Krone (DKK) ausgesetzt. Die Auswahl der Währungen wurde zum einen aufgrund der möglichen Auswirkungen, basierend auf der Analyse, und zum anderen aufgrund der Größe des Leasingforderungsvolumens in dem entsprechenden Land getroffen.
Die Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität einer zehnprozentigen Aufwertung oder Abwertung des Euro gegenüber den jeweiligen anderen Währungen zum 31. Dezember 2025 bzw. während der Berichtsperiode und deren Auswirkung auf das Jahresergebnis vor Ertragsteuern.
TEUR
2025
2024
Aufwertung
Abwertung
Aufwertung
Abwertung
GBP
– 1.477
1.481
– 801
798
AUD
– 721
708
– 84
904
CHF
– 70
70
194
– 194
SEK
– 466
555
36
47
BRL
– 674
674
50
– 50
DKK
342
– 173
746
– 597
Die dargestellten Auswirkungen auf das Jahresergebnis vor Ertragsteuern ergeben sich aufgrund der Änderungen beizulegender Zeitwerte der monetären Vermögenswerte und Schulden einschließlich nicht als Sicherungsgeschäfte designierter Fremdwährungsderivate sowie aus tatsächlichen Zahlungsströmen, die im Berichtszeitraum ganz oder teilweise ergebniswirksam erfasst wurden und im Rahmen der Konsolidierung in Euro umzurechnen waren. Dabei wurden alle anderen Einflussfaktoren, vor allem die Zinssätze, konstant gehalten. Die Einflüsse der prognostizierten Verkaufs- und Erwerbsgeschäfte werden außer Acht gelassen. Die Wertveränderungen von Cross-Currency-Swaps haben keine materielle Auswirkung auf das Jahresergebnis vor Ertragsteuern, da diese als Sicherungsgeschäft bilanziert werden. Die Wertänderungen dieser Swaps wirken sich insbesondere direkt im Konzerneigenkapital aus .
Die operationellen Risiken in Höhe von ca. 78,3 Mio. EUR (Vorjahr: 54,7 Mio. EUR) ergeben zum Berichtsstichtag eine Limitauslastung von 65 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent). Darin enthalten ist ein Risikopuffer für Modellrisiken von 10 Mio. EUR (Vorjahr: 10 Mio. EUR).
Im Berichtsjahr 2025 wurden 23 Risikomeldungen (Vorjahr: 21) abgegeben. Risikomeldungen beschreiben eingetretene Ereignisse mit potenziellem, noch nicht eingetretenem Schaden. Risikomeldungen dienen der systematischen Erfassung und Analyse potenzieller Schadensereignisse, erhöhen die Transparenz über das operationelle Risikoprofil und unterstützen die Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems sowie der Risikosteuerungsmaßnahmen.
Die Geschäfts- und strategischen Risiken in Höhe von ca. 65,2 Mio. EUR (Vorjahr: Risikopuffer in Höhe von 47 Mio. EUR) ergeben zum Berichtsstichtag eine Limitauslastung von 72 Prozent.
Zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2025 beträgt der Risikopuffer für Reputationsrisiken 45 Mio. EUR (Vorjahr: 40 Mio. EUR).
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 beträgt die LCR 240,5 Prozent (Vorjahr: 343,7 Prozent). Die LCR-Mindestquote von 100 Prozent wurde im Jahr 2025 zu jeder Zeit eingehalten.
Die Net-Stable-Funding-Ratio (NSFR, Nettoquote stabiler Refinanzierungsquellen) liegt zum Stichtag 31. Dezember 2025 bei 114,5 Prozent (Vorjahr: 115,8 Prozent) und damit oberhalb der aufsichtsrechtlichen Mindestquote von 100 Prozent.
Der Fokus der ökonomischen Perspektive liegt auf der Liquiditätsablaufbilanz sowie den definierten Stressszenarien. Der definierte Mindestüberlebenshorizont wurde im Berichtszeitraum 2025 durchgehend eingehalten.
Über das rechnungslegungsbezogene Kontrollsystem hinaus verfügt grenke über Instrumente, Verfahren und Kontrollen für alle wesentlichen Prozesse, um deren Robustheit, Effektivität und Effizienz zu gewährleisten. Die Art, der Umfang und die Komplexität der wesentlichen Prozesse bestimmen die Art und den Umfang der dazugehörigen Kontrollen.
Das Interne Kontrollsystem (IKS) bei grenke verfolgt insbesondere die folgenden Ziele:
Zur Reduktion der identifizierten Risiken sind im Rahmen der einzelnen Prozesse Kontrollen implementiert. Für die Wirksamkeit des IKS sind die Ausgestaltung der Kontrollen und die Eingliederung in die Prozesse sowie die operative Durchführung der Kontrollen die wichtigen Determinanten der Risikominimierung.
Das bei grenke implementierte IKS trägt den aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Vorgaben für Finanzdienstleistungsinstitute an ein angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem, insbesondere den von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgestellten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), den bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) sowie sonstigen einschlägigen Verlautbarungen der internationalen Aufsichtsbehörden, Rechnung.
Die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des IKS im Besonderen wird von der Internen Revision bei grenke risikoorientiert und prozessunabhängig gemäß den Vorgaben der MaRisk AT 4.4.3 überprüft und beurteilt.
Die Vorgaben und die Anforderungen an Struktur und Umfang des IKS werden auf Gruppenebene entwickelt und dort, wo sinnvoll und möglich, auf einzelne Gesellschaften übertragen. Die Grundsätze für Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des konzernweiten IKS bei grenke werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Verantwortung für das IKS liegt gemäß § 91 AktG beim Vorstand.
Bei grenke sind das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem – beide mit Blick auf die Konzernrechnungslegung – miteinander verknüpft. Im Folgenden wird daher der Begriff „IKS“ („internes Kontrollsystem“) verwendet. Das interne Kontrollsystem (IKS) stellt die Gesamtheit der vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen dar, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind:
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns. Über eine definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Jahres- und den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften in den Prozess eingebunden. Dabei sind Konzernrechnungslegung und Konsolidierung zentral organisiert. Buchungsvorgänge der einzelnen Landesgesellschaften werden entsprechend verbindlicher Ablaufpläne zentral erfasst und bearbeitet, um qualitative und quantitative Angaben zu generieren. Es gilt grundsätzlich das Vieraugenprinzip.
Die Grundsätze für die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS sind schriftlich niedergelegt und werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Die für den Konzernrechnungslegungsprozess verwendeten Systeme und die erforderliche IT-Infrastruktur werden regelmäßig hinsichtlich der gebotenen Sicherheitsanforderungen von der Internen Revision überprüft. Gleiches gilt für die Weiterentwicklung des Konzernrechnungslegungsprozesses, insbesondere hinsichtlich neuer Produkte, Sachverhalte und veränderter rechtlicher Regelungen. Bei Bedarf werden externe Berater hinzugezogen. Zur Sicherstellung der Qualität der Rechnungslegung im Konzern werden die damit befassten Personen regelmäßig bedarfsorientiert geschult. Der Aufsichtsrat ist ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Er überwacht das konzernweite Risikomanagementsystem und die internen Kontrollsysteme in den Bereichen Revision, Rechnungslegung und Compliance. Zudem überprüft er die Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung. Dabei wird der Aufsichtsrat vom Prüfungsausschuss unterstützt, der insbesondere die interne und externe Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess überwacht.
Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns werden die Merkmale des IKS als wesentlich erachtet, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Abschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
Zur Reduktion der identifizierten Risiken sind im Rahmen des Konzernrechnungslegungsprozesses Kontrollen implementiert. Für die Wirksamkeit des IKS sind die Ausgestaltung der Kontrollen, die Eingliederung in den Prozess sowie deren operative Durchführung die wichtigen Determinanten der Risikominimierung. Das IKS für den Konzernrechnungslegungsprozess wird dabei regelmäßig in Teilbereichen und rotierend durch die Interne Revision einer Untersuchung unterzogen und somit gestärkt.
Der grenke Konzern unterliegt als Finanzholdinggesellschaft und als Träger von Tochterinstituten einem umfassenden aufsichtsrechtlichen Rahmen. Dieser legt fest, dass eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation mit einem angemessenen und wirksamen Risikomanagement implementiert sein muss. Die regulatorischen Vorgaben hierzu werden insbesondere durch das Kreditwesengesetz (§ 25a KWG) sowie die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) konkretisiert. Da-rüber hinaus gelten die Regelungen der Capital Requirements Regulation (CRR) einschließlich CRR II und III, der Capital Requirements Directive (CRD V) sowie ergänzende aufsichtsrechtliche Vorgaben, die auf Ebene des Konzerns und der einzelnen Institute umzusetzen sind.
Da die grenke AG ein übergeordnetes Unternehmen einer Institutsgruppe im Sinn der §§ 10a und 25a KWG ist, ist der grenke AG Konzern nach § 1 Abs. 35 KWG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 Nr. 20 CRR eine Finanzholdinggesellschaft nach KWG. Die grenke AG hat zudem mit der grenke Bank AG ein Kreditinstitut als Tochtergesellschaft. Sowohl der grenke Konzern als auch die grenke Bank AG unterliegen den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen der Capital Requirements Regulation (CRR) unter Berücksichtigung der Überarbeitungen der Capital Requirements Regulation II (CRR II) und der Capital Requirements Regulation III (CRR III) sowie der Capital Requirements Directive (CRD V) und des KWG.
Der grenke Konzern hat die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgestellten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie die „Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT“ (BAIT) umzusetzen. Diese beinhalten qualitative sowie quantitative Anforderungen an das Risikomanagement, die von den Instituten unter Berücksichtigung ihrer Größe sowie der Art, des Umfangs, der Komplexität und des Risikogehalts der Geschäfte umzusetzen sind.
Zusätzlich unterliegen die Finanzdienstleistungsinstitute GRENKEFACTORING GmbH und GRENKE Investitionen Verwaltungs KGaA dem KWG sowie der Aufsicht durch die BaFin und die Deutsche Bundesbank als Einzelinstitute. Für diese Konzerngesellschaften nimmt die grenke AG die sogenannten Waiver-Regelungen gemäß § 2a Abs. 1 oder 2 KWG in Verbindung mit § 2a Abs. 5 KWG in Anspruch. Daher haben diese Institute der BaFin und der Bundesbank angezeigt, dass bestimmte aufsichtsrechtliche Bestimmungen auf Konzern- anstatt auf Einzelinstitutsebene umgesetzt werden, da die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen vom übergeordneten Institut vollständig erfüllt werden. Dem Antrag der grenke AG bei der BaFin, den aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis dem buchhalterischen der Konzernrechnungslegung gleichzusetzen, wurde bereits 2009 stattgegeben. Damit werden alle dem grenke Konzern zuzurechnenden Konzerngesellschaften durch den aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis erfasst.
Des Weiteren erstellt die grenke AG als übergeordnetes Unternehmen auf Verlangen der BaFin einen Sanierungsplan gemäß § 12 (1) Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG). Die Sanierungsplanung ist eine branchenübliche präventive Vorbereitung operationeller Umsetzungspläne für die strategische Planung mit dem Ziel, sich mit wirksamen Handlungsoptionen für einen möglichen Krisenfall zu beschäftigen.
Der Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) ist ein auf Basis aufsichtsrechtlicher Vorgaben gestalteter unternehmensinterner Prozess zur laufenden Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung.
Common Equity Tier 1 (CET1) bezeichnet das qualitativ hochwertigste Eigenkapital eines Instituts, das im Wesentlichen aus Stammkapital und einbehaltenen Gewinnen besteht und primär zur Abdeckung von Verlusten im laufenden Geschäftsbetrieb dient.
Die Pillar-2-Requirement (P2R) ist eine von der Aufsicht im Rahmen des SREP festgelegte verbindliche zusätzliche Eigenkapitalanforderung, mit der institutsspezifische Risiken abgedeckt werden sollen, die nicht oder nicht ausreichend durch die Mindestkapitalanforderungen erfasst sind.
Die kombinierte Pufferanforderung umfasst die aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Kapitalpuffer, die ein Institut zusätzlich zu den Mindest- und Säule-2-Anforderungen halten muss, um Verluste abfedern zu können, ohne unmittelbar regulatorische Maßnahmen auszulösen.
Die Pillar-2-Guidance (P2G) ist eine von der Aufsicht ausgesprochene, nicht verbindliche Kapitalempfehlung, die sicherstellen soll, dass ein Institut auch in schweren Stressszenarien über ausreichend Eigenkapital verfügt.
Der Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) ist das regelmäßige aufsichtliche Überprüfungs- und Bewertungsverfahren, mit dem die Bankenaufsicht die Geschäftsmodelle, Risiken, Kapital- und Liquiditätsausstattung sowie die Governance eines Instituts beurteilt und daraus individuelle Kapitalanforderungen und Empfehlungen ableitet.
Eine Less Significant Institution (LSI) ist ein von der europäischen Bankenaufsicht als weniger bedeutend eingestuftes Kreditinstitut, das aufgrund seiner Größe, Struktur und Bedeutung überwiegend von der nationalen Aufsichtsbehörde beaufsichtigt wird.
Der Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP) ist der unternehmensinterne Prozess zur Sicherstellung, dass ein Institut jederzeit über ausreichend Liquidität verfügt, um seine laufenden Zahlungsverpflichtungen auch unter Stressbedingungen erfüllen zu können.
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) misst, ob ein Institut über ausreichend hochliquide Aktiva verfügt, um einen schweren Liquiditätsabfluss über einen Zeitraum von 30 Tagen decken zu können.
Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) gibt an, ob ein Institut über eine stabile Refinanzierungsstruktur verfügt, um seine langfristigen Vermögenswerte und Geschäftsaktivitäten nachhaltig zu finanzieren.
LCR stellt die kurzfristige Liquiditätssicherheit sicher, während die NSFR die langfristige Stabilität der Refinanzierung bewertet.
Die aufsichtsrechtlichen Standardzinsschocks für den Economic Value of Equity (EVE) sind von der Aufsicht vorgegebene Zinsszenarien, mit denen geprüft wird, wie stark sich Veränderungen des Zinsniveaus auf den ökonomischen Barwert des Eigenkapitals eines Instituts auswirken.
Der Value at Risk (VaR) beschreibt, wie hoch ein möglicher Verlust in einem bestimmten Zeitraum höchstens sein kann – mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau).
Die Capital Requirements Regulation (CRR) ist die unmittelbar in der Europäischen Union geltende Verordnung, die die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität und Risikomessung von Kreditinstituten festlegt. CRR II stärkt insbesondere die Kapital- und Liquiditätsanforderungen sowie die Proportionalität der Regulierung, während CRR III die Umsetzung der finalen Basel-III-Reformen (sog. „Basel IV“) und eine weitergehende Risikosensitivität der Kapitalanforderungen zum Ziel hat. CRR (inkl. CRR II/III) regelt als unmittelbar geltende EU-Verordnung die quantitativen Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität und Risikomessung, während die Capital Requirements Directive (CRD V) als ergänzende Richtlinie insbesondere qualitative Vorgaben zu Governance, Vergütung, aufsichtlicher Überprüfung und Kapitalpuffern festlegt.
Die Mindestkapitalanforderungen nach Säule I gemäß CRR legen fest, welches Mindestmaß an Eigenkapital ein Institut zur Abdeckung seiner wesentlichen Risiken – insbesondere Kredit-, Markt- und operationeller Risiken – jederzeit vorhalten muss.
Der Kreditrisikostandardansatz (KSA) ist ein aufsichtsrechtlich vorgegebener Ansatz zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen für Kreditrisiken, bei dem (Leasing-)Forderungen anhand standardisierter Risikogewichte bewertet werden.
Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) konkretisieren die gesetzlichen Anforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten und legen insbesondere Vorgaben zu Governance, Risikosteuerung, internen Kontrollen und Auslagerungen fest.
Die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) konkretisieren die MaRisk für den Bereich der Informationstechnologie und legen fest, wie Kreditinstitute ihre IT-Systeme, Informationssicherheit und IT-Risiken ordnungsgemäß steuern und absichern müssen.
Wir haben unser Leasingneugeschäft im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent auf 3,3 Mrd. EUR gesteigert. Damit haben wir unsere Jahresprognose von 3,2 bis 3,4 Mrd. EUR Leasingneugeschäft getroffen. Die DB2-Marge, die mit 16,7 Prozent (2024: 17,0 Prozent) über dem für das Geschäftsjahr 2025 gesetzten Richtwert von über 16,5 Prozent gelegen hat, bildet eine solide Grundlage für unser geplantes Ertragswachstum im Jahr 2026.
Vor dem Hintergrund anhaltender makroökonomischer Herausforderungen steht die Entwicklung des Neugeschäfts für die Resilienz unseres Geschäftsmodells sowie die Bedeutung unserer internationalen vertrieblichen Präsenz. Daraus ergeben sich Chancen, auch unter herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitables Neugeschäft zu generieren. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir, unter Berücksichtigung eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds, den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen. Grundlage hierfür sind die etablierten strategischen Ansätze.
Trotz der hohen geopolitischen Risiken und der anhaltend angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist der Vorstand von den mittel- und langfristig bestehenden stabilen Wachstumsperspektiven des Geschäftsmodells überzeugt.
Die internationale Ausrichtung von grenke bei gleichzeitiger lokaler Verankerung in den jeweiligen Ländern eröffnet Chancen für weiteres profitables Wachstum im Small-Ticket-Leasing. Chancen eröffnen sich vor allem dort, wo sich Wettbewerber – beispielsweise aufgrund des erhöhten Regulierungsaufwands oder aufgrund mangelnder Kosteneffizienz im Massengeschäft – ganz oder teilweise aus Märkten zurückziehen. Durch die Kombination aus globaler Präsenz und dezentralen, marktnahe aufgestellten Vertriebseinheiten verfügt grenke über ein ausgeprägtes Verständnis lokaler Marktgegebenheiten sowie über langfristig etablierte Beziehungen zu Handelspartnern und Kunden.
Aus der im vergangenen Geschäftsjahr vereinbarten strategischen Zusammenarbeit mit Intesa Sanpaolo ergeben sich zusätzliche Chancen für die Geschäftsentwicklung in Italien. Die Kooperation eröffnet grenke einen erweiterten Marktzugang durch die Anbindung an ein etabliertes Filialnetz sowie an eine breite Basis von Geschäftskunden und stärkt damit die vertriebliche Reichweite im italienischen Markt. Darüber hinaus kann die vereinbarte Zusammenarbeit im Bereich der Refinanzierung des Leasingneugeschäfts zur weiteren Stabilisierung und Skalierung der Geschäftsaktivitäten in Italien beitragen. Insgesamt bietet die Kooperation die Möglichkeit, die Marktposition im italienischen Small-Ticket-Leasing auszubauen und zusätzliche Wachstumspotenziale zu erschließen.
Als Finanzierungspartner für Unternehmen, Institutionen und die öffentliche Hand mit über 45 Jahren Erfahrung verfügt grenke über ein tiefes Verständnis für die sich wandelnden Bedürfnisse unserer Kunden. Wir nutzen dieses, um unser Leistungsangebot entsprechend gezielt und flexibel weiterzuentwickeln und Finanzierungsmöglichkeiten für ein wachsendes Objektportfolio anzubieten. Hierbei setzen wir auch bewusst auf Megatrends wie beispielsweise die grüne Transformation der Wirtschaft oder den zunehmenden Einsatz intelligenter Robotik. Hieraus resultiert für uns ein zunehmendes Wachstumspotenzial auch in bereits etablierten Märkten. Mit zahlreichen Kunden und Händlern bestehen langfristige Geschäftsbeziehungen, die über einen einzelnen Vertragsabschluss hinausgehen. Viele Leasingnehmer sind wiederholte Vertragspartner, oft in der Betreuung einer Niederlassung oder eines Landes, immer öfter aber auch gleichzeitig in mehreren Ländern. Gegenwärtig zahlt es sich für grenke aus, dass wir in unseren Märkten stets mit Tochtergesellschaften aktiv sind und kein sogenanntes Cross-Border-Geschäft betreiben. Mit unseren lokalen Netzwerken über Handelspartner, Kunden sowie unseren Niederlassungen sind wir deshalb auch in den international herausfordernden Zeiten stets handlungsfähig auf den lokalen Märkten.
Über das Wachstum des Neugeschäfts und des gesamten Vertragsportfolios hinaus ergibt sich Potenzial zur Erhöhung der Profitabilität über Effizienzsteigerung mit digitalen Lösungen. Hierfür haben wir im Jahr 2023 unser Programm „Digital Excellence“ gestartet und befinden uns im letzten Drittel der Umsetzung. Nachdem zunächst vor allem die Vorbereitung auf und die Migration in die Cloudtechnologie dominierend waren, soll nun der gesamte Leasingprozess auf eine neue, zukunftsfähige Zielarchitektur überführt werden, die sowohl technisch als auch prozessual die Wachstumsziele von grenke abbilden kann. Wir erwarten hieraus eine weitere Effizienzsteigerung in den Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen.
Aufgrund des starken Leasingneugeschäftswachstums in den vergangenen Jahren, das sich auch im laufenden Geschäftsjahr fortsetzt, verfügen wir über eine solide Basis für zukünftige Zinserträge, die die Kostenentwicklung übersteigen. Mit diesen Maßnahmen verfolgen wir das strategische Ziel, die Marke grenke und unsere Marktposition global weiter nachhaltig auszubauen.
Mit unserer Refinanzierung und der Emission zweier Benchmark-Anleihen in EUR und unserer Debütanleihe in AUD im Berichtsjahr haben wir nicht nur den Grundstein für die Liquiditätsbeschaffung unseres Neugeschäfts gelegt, sondern uns vielmehr neuen Investorengruppen geöffnet und diese für grenke gewinnen können. Dies ist ein wesentlicher Grundpfeiler für weiteres Wachstum, das wir über die internationalen Geld- und Kapitalmärkte auf solide Refinanzierungsfüße gestellt haben. Auch unsere grenke Bank mit ihrem Einlagengeschäft und nicht zuletzt ihrem Zugang zu Globaldarlehen von Landesförderbanken und der KfW bildet einen Pfeiler. Zudem verankern wir durch die Kooperation mit den Förderbanken unser Image als Finanzierungspartner für die Wirtschaft und den Mittelstand, weil wir unsere Leasinglösungen auch in das Angebot an förderfähigen Instrumenten einbetten können.
Die globalen, gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Zum Jahresbeginn 2026 rückte der Konflikt um den Anspruch auf Grönland in den Fokus. Dies veranschaulichte erneut die geringe Vorhersehbarkeit der gegenwärtigen US-amerikanischen Politik. Positiv ist hingegen zu werten, dass der Oberste Gerichtshof der USA im Februar 2026 die von US-Präsident Trump verhängten Zölle zum Teil für unrechtmäßig erklärte, woraufhin jedoch die US-Regierung weitere Zölle auf Importgüter ankündigte. Der andauernde, russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Konflikt im Nahen Osten und darüber hinaus die Konflikte um Venezuela sowie Taiwan und China stellen weitere Unsicherheitsfaktoren für die Weltwirtschaft dar. Weiterhin wurden anhaltend hohe Insolvenzzahlen registriert.
Verlässlich war hingegen der Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB), die ihre geldpolitische Haltung wie erwartet in ihrer ersten Sitzung am 5. Februar 2026 beibehielt. Der Leitzins blieb somit auf dem Niveau von 2 Prozent. Für die Inflation erwartet die EZB laut ihrer Projektionen vom Dezember 2025 einen Wert von 1,9 Prozent für das Gesamtjahr 2026. Einer am 9. Februar 2026 veröffentlichten Umfrage der EZB zufolge erwarten die Akteure an den Finanzmärkten einhellig, dass der Leitzins im gesamten Jahr 2026 konstant bei 2 Prozent liegen wird.
Das Federal Reserve System (Fed) hat in der Sitzung am 28. Januar 2026 die Spanne für den Leitzins konstant bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Der Fed zufolge hatte sich die Wirtschaftsaktivität in den USA im Vorfeld der Sitzung solide entwickelt, die Inflation lag aber weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent. Den Projektionen der Mitglieder des geldpolitischen Rats vom Dezember 2025 zufolge dürfte die Inflation im Jahr 2026 weiter über dem Zielwert liegen und der Leitzins tendenziell unverändert bleiben.
In seiner am 19. Januar 2026 veröffentlichten Prognose geht der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem robusten, weltweiten Wachstum im Jahr 2026 in Höhe von 3,3 Prozent aus. Datengrundlage für diese modellbasierte Prognose ist der Dezember 2025. Zum prognostizierten Wachstum von 2,4 Prozent in den Vereinigten Staaten im Jahr 2026 dürften die expansive Fiskalpolitik der US-Regierung und auch die im Jahr 2025 gelockerte Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank beitragen. Für den Euro-Raum erwartet der IWF ein Wachstum von 1,3 Prozent, dabei dürften positive, konjunkturelle Impulse von höheren Ausgaben des öffentlichen Sektors kommen, ungelöste strukturelle Herausforderungen bremsen hingegen das Wachstum. Verglichen mit anderen Regionen profitiert die Euro-Zone weniger vom technologiegetriebenen Investitionsschub. Die Erhöhung von Verteidigungsausgaben, die auf mehrere Jahre verteilt wird, dürfte hingegen erst in den darauffolgenden Jahren sichtbar werden. Eine starke Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 dürfte Spanien (+2,3 Prozent) verzeichnen, gefolgt von Deutschland (+1,1 Prozent), Frankreich (+1,0 Prozent) und Italien (+0,7 Prozent). Das Wachstum im Vereinten Königreich wird mit 1,3 Prozent veranschlagt.
Insgesamt dürften dem IWF zufolge weiterhin Zölle und Unsicherheiten auf der weltweiten Wirtschaftsaktivität lasten, doch deren Auswirkungen müssten im Lauf der Jahre nachlassen. Sollten hingegen neue, politische oder geopolitische Spannungen ausbrechen und neue Unsicherheiten mit sich bringen, würden diese die Finanzmärkte, Lieferketten und Rohstoffpreise beeinträchtigen. Für die Entwicklung der exportorientierten deutschen Wirtschaft spielt die hohe Unsicherheit im internationalen Handel mit China und den USA eine große Rolle. Weitere Risiken sieht der IWF in der zunehmenden Staatsverschuldung, die Druck auf die längerfristigen Zinssätze und damit die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen ausüben kann, sowie in einem möglichen Platzen der Blase rund um die künstliche Intelligenz, die zu einem Investitionsrückgang und einer abrupten Korrektur an den Finanzmärkten führen kann. Auf der anderen Seite habe künstliche Intelligenz das Potenzial, das Wachstum nachhaltig zu stärken.
In einer Studie vom Oktober 2025 prognostiziert die Allianz Trade, dass die Insolvenzen im Jahr 2026 weltweit zum fünften Mal in Folge zunehmen werden (+5 Prozent). Die globale Erhöhung dürfte vor allem durch Nordamerika (+7 Prozent), insbesondere die USA (+8 Prozent), und Asien (+6 Prozent), hier vor allem China (+10 Prozent), getrieben werden. Der Euroraum hingegen dürfte eine leichte Erholung erfahren (–1 Prozent). Dabei werden die Insolvenzzahlen in Italien (+3 Prozent), Spanien (+2 Prozent) und Deutschland (+1 Prozent) leicht steigen, während sie in Frankreich (– 3 Prozent) zurückgehen werden. Das Vereinigte Königreich (– 3 Prozent) kann ebenfalls mit geringeren Insolvenzen rechnen.
Das ifo-Geschäftsklima für die Leasingbranche in Deutschland fiel im Januar 2026 mit einem Wert von 8,9 Punkten spürbar besser aus als im Vorjahresmonat (Januar 2025: –12,9 Punkte). Ein positiver Wert bedeutet, dass mehr Befragte positiv statt negativ gestimmt sind. Dabei bewerteten die befragten Unternehmen im Januar dieses Jahres vor allem die aktuelle Geschäftslage mit 17,5 Punkten positiv (Januar 2025: 10,3 Punkte), die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate fallen mit 0,7 Punkten verhaltener aus (Januar 2025: – 33,4 Punkte). Die Zahl der Insolvenzen befand sich im Gesamtjahr 2025 in Deutschland auf dem höchsten Niveau seit zehn Jahren.
Die nachfolgenden Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung des grenke Konzerns gründen auf Annahmen zu wesentlichen Markt- und Branchenentwicklungen und entsprechen aktuellen Einschätzungen, die der Vorstand auf Grundlage der vorliegenden Informationen gegenwärtig als realistisch einstuft.
Diese Einschätzungen sind mit Unsicherheiten behaftet. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die zugrunde liegenden Annahmen bei sich ändernden Rahmenbedingungen grundlegend und kurzfristig verändern können. Daher kann es sein, dass die nachfolgend prognostizierten Entwicklungen nicht wie erwartet eintreten.
Der Vorstand hat bereits im Januar 2024 bekannt gegeben, sich künftig auf das Leasinggeschäft zu fokussieren, und beschlossen, den Verkauf aller Factoringgesellschaften zu initiieren. Aus dem beabsichtigten Verkauf der Factoringgesellschaften erwartet der Vorstand im Geschäftsjahr 2026 keine signifikanten Auswirkungen auf die KPI des Unternehmens. Wir wollen unsere Ressourcen und Investitionskraft künftig voll auf die fortschreitende Digitalisierung und das weitere Wachstum im Leasing konzentrieren. Hierbei spielt das Bankgeschäft der grenke Bank AG eine unverändert wichtige Rolle zur Sicherstellung der Refinanzierung über Einlagen.
Auf Basis aktueller Konjunkturprognosen und Marktdaten sowie der klaren Fokussierung auf Profitabilität erwartet der Vorstand ein Wachstum im Leasingneugeschäft auf 3,4 bis 3,6 Mrd. EUR und strebt eine Steigerung des Leasingneugeschäfts von 10 Prozent an bei einer Deckungsbeitragsmarge 2 (DB2) von mindestens 16,5 Prozent auf Jahressicht.
Zur Erreichung sind insbesondere die Refinanzierungskosten, unsere Konditionierung der neu abgeschlossenen Leasingverträge sowie die durchschnittliche Ticketgröße ausschlaggebend. Im Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass der Durchschnittswert pro Leasingvertrag unverändert in der Region von ca. 10.000 EUR liegt. Der Fokus auf kleine Tickets bleibt wesentlicher Teil unserer Strategie.
Unser Objektportfolio wollen wir weiter ausbauen. Wir gehen jedoch davon aus, dass es auch im Jahr 2026 keine wesentlichen Verschiebungen bei den Objektkategorien geben wird. Auf neue Kundenanforderungen wollen wir weiterhin flexibel reagieren und bei Bedarf neue Objektkategorien der Leasingfinanzierung anbieten, wie bereits im Rahmen der grünen Transformation mit Produkten wie eBikes, Wallboxen oder Solaranlagen. Die andauernde digitale Transformation wird gleichzeitig dazu führen, dass wir auch in unseren Kernbereichen, der IT und Bürokommunikation, wachsen können.
Grundsätzlich erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin eine positive Ertragsentwicklung bestehend aus der Summe des Zinsergebnisses, des Ergebnisses aus dem Servicegeschäft, des Ergebnisses aus dem Neugeschäft sowie aus der Verwertung. Das starke Leasingneugeschäft der vergangenen Geschäftsjahre bildet dabei eine solide Grundlage für das Ertragswachstum im Jahr 2026.
Die Guidance für das Geschäftsjahr 2026 sieht ein Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 74 bis 86 Mio. EUR vor. Die anhaltend hohe Volatilität der aktuellen makroökonomischen und geopolitischen Rahmenbedingungen hat jedoch potenziell einen signifikanten Einfluss insbesondere auf die Entwicklung der Insolvenzen und daraus potenziell entstehende Schwankungsbreiten in der Schadenquote. Der vorliegenden Gewinnprognosespanne für das Geschäftsjahr 2026 liegt demnach eine Schadenquote zwischen 1,6 und 1,7 Prozent auf das Gesamtjahr bezogen zugrunde. Damit liegt die Schadenquote leicht oberhalb des langfristigen durchschnittlichen Niveaus von 1,5 Prozent.
Die Cost-Income-Ratio (CIR) soll bei dieser Ergebniserwartung bei ca. 55 Prozent liegen. Mittelfristig streben wir durch Effizienzgewinne unter anderem aufgrund des zunehmenden Digitalisierungsgrads ein CIR-Niveau von unter 55 Prozent an. Für das Geschäftsjahr 2026 bleibt der Vorstand bei der Fortsetzung der langfristigen Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 25 Prozent.
Im Zuge des anhaltenden Wachstums und der Investitionen in die Digitalisierung werden Personal-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen ebenfalls weiter ansteigen. Um die erfolgreiche internationale Expansionsstrategie fortzusetzen, werden wir weiter in die Digitalisierung unserer gesamten Wertschöpfungskette investieren.
Infolge der geplanten Neugeschäftsentwicklung sollen auch die gesamten Leasingforderungen als Basis für die Zinserträge im Geschäftsjahr 2026 ansteigen. Entsprechend wird sich die Bilanzsumme erhöhen. Auf Grundlage der erwarteten Entwicklung des Konzernergebnisses plant grenke mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote von ca. 15 Prozent (31. Dezember 2025: 15,6 Prozent), was sowohl regulatorische als auch Ratinganforderungen erfüllt. Dieser Wert stellt eine Orientierungsgröße und keine harte Grenze für den Konzern in seiner Kapitalsteuerung dar.
Der Vorstand erwartet einen unverändert stabilen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, mit dem die geplanten Investitionen vollständig innenfinanziert werden können. Zudem geht der Vorstand davon aus, dass der Konzern aufgrund seiner soliden Eigenkapitalbasis und Cashflow-Entwicklung in der Lage sein wird, das erwartete Neugeschäftsvolumen im Jahr 2026 anteilig auch über unterschiedliche Geld- und Kapitalmarktzugänge sowie das Einlagengeschäft zu risikoadäquaten Konditionen refinanzieren zu können.
Auch im zurückliegenden Geschäftsjahr hatten unsere nichtfinanziellen Leistungsindikatoren als Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie aus den Kategorien Klima und Umwelt, Sozialer Beitrag sowie Verantwortung und Vertrauen Bestand.
Wir legen Wert darauf, unser Produktportfolio sowie die Leasingverträge möglichst nachhaltig zu gestalten. Der Fokus liegt dabei auf Green-Economy-Objekten. Das sind Anlagen zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien, nachhaltige Mobilitätslösungen und Ressourcenmanagement, die die Transformation unserer KMU-Kunden und der gesamten Wirtschaft unterstützen. Ziel ist es, den Anteil dieser Objekte am Nettoanschaffungsvolumen des Leasingneugeschäfts schrittweise zu erhöhen. Im Geschäftsjahr 2025 lag dieser Anteil bei 8,1 Prozent (2024: 7,8 Prozent). Der zugehörige TOP-KPI misst den prozentualen Anteil der Green-Economy-Objekte am Gesamtportfolio (vgl. 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“, Kapitel „ESRS E1“).
Im Zuge unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir ein klares Klimaziel definiert: bis spätestens 2050 wollen wir Netto-Null-Emissionen für die gesamte Geschäftstätigkeit erreichen und damit aktiv zum 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens beitragen. Der dafür entwickelte Klimaaktionsplan legt Zwischenziele für 2030 sowie zentrale Meilensteine fest (vgl. 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“, Kapitel „ESRS E1“). Der Corporate Carbon Footprint (Unternehmensfußabdruck) wird jährlich nach den Prinzipien des GHG-Protokolls ermittelt. 2025 wurde die Scope-3-Erfassung erstmals um Emissionen aus den verleasten Objekten erweitert. Das ist ein wichtiger Schritt zur Vollständigkeit unseres Fußabdrucks.
Für das Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 2.613.766 t CO2e ermittelt. Davon entfielen 2.326 t CO2e auf Scope 1 (2024: 2.690 t CO2e) und machten 0,09 Prozent des Gesamtunternehmensfußabdruck aus; 684 t CO2e auf Scope 2 standortbasiert, (2024: 960 t CO2e) (0,03 Prozent), 914 t CO2e auf Scope 2 marktbezogen, (2024: 1.440 t CO2e) sowie 2.610.756 t CO2e auf Scope 3 (2024: 4.183 t CO2e). Diese machen einen Anteil von 99,88 Prozent am Gesamtfußabdruck aus. Der zugehörige TOP-KPI misst die gesamten Treibhausgasemissionen (Scope 1 bis 3) in t CO2e und dient als zentrale Steuerungsgröße für die Klimaziele.
Der Automatisierungsgrad im Leasingkernprozess bleibt ein zentraler Hebel für die digitale Transformation, Ressourcenschonung und Governancestärke unseres Small-Ticket-Leasing-Modells. Wir messen den Fortschritt anhand dreier Kennzahlen: der Anzahl der Länder, in denen die eSignature-Lösung verfügbar ist, der Länder mit eInvoice-Funktion und der eContract-Quote (Anteil neu abgeschlossener Leasingverträge, die per digitaler Unterschrift verarbeitet werden). Im Berichtsjahr waren eSignature-Lösungen in 24 Ländern aktiv (2024: 27 Länder). Die Reduktion der Lösung resultiert ausschließlich aus der Abwicklung unserer Gesellschaften in der Türkei und Singapur sowie der zusammengezogenen Zählweise der Gesellschaften in den USA und nicht aus technischen Einschränkungen. Die eContract-Quote lag bei 40,1 Prozent der neuen Verträge (2024: 40,5 Prozent). Die digitale Rechnungsstellung (eInvoice) blieb stabil in 26 Ländern verfügbar. Der TOP-KPI, der diese drei Komponenten kombiniert, wird weiterentwickelt, um den Automatisierungsgrad von der ersten Anfrage bis zum Vertragsende kontinuierlich zu erhöhen und damit unsere Nachhaltigkeits- und Effizienzstrategie langfristig zu stärken (vgl. 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“, Kapitel „ESRS E1“).
Der grenke Engagement-Score (GES) ist das zentrale Instrument zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit. Er basiert auf der jährlichen Befragung und fasst Engagement, Identifikation, Bindung sowie Gesamteinschätzung des Unternehmens in einem Score von 1 (hohe Zufriedenheit) bis 7 (geringe Zufriedenheit) zusammen. Das langfristige Ziel und somit auch das Ziel für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei maximal 2,2. Im Geschäftsjahr 2025 haben wir dieses Ziel erneut erreicht: GES = 2,2 bei einer Beteiligungsquote von 70,3 Prozent (2024: 67,8 Prozent).
Die Fluktuationsquote ist ein Indikator für nachhaltiges Personal- und Talentmanagement sowie für die Attraktivität von grenke als Arbeitgeber. Ziel ist, deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 16,3 Prozent (Statistisches Bundesamt 2025, basierend auf Arbeitsmarktdaten aus dem Jahr 2023) zu liegen. 2025 betrug die Quote 7,8 Prozent (2024: 8,9 Prozent). Damit liegt grenke bereits seit vier Jahren kontinuierlich unter dem Benchmark und zeigt eine stabile Verbesserung. Auch für das Geschäftsjahr 2026 setzen wir uns das Ziel, weiterhin unter dem Branchenwert zu liegen.
Zusätzlich wurde ein neuer TOP-KPI eingeführt, der den bisherigen TOP-KPI zur Anzahl der Weiterbildungstage pro Mitarbeitenden ersetzt sowie die Kundensicherheit und -zufriedenheit anhand der durchschnittlichen Anzahl der Leasingverträge pro aktivem Fachhandelspartner misst. In 2025 lag er bei 9,3 (2024: 8,9). Im gleichen Jahr entfielen 82,1 Prozent des Vertriebsvolumens auf den Fachhandelspartnerkanal (2024: 83,2 Prozent). Das langfristige Ziel sieht vor, bis 2030 im Vergleich zum Referenzjahr 2025 zwei zusätzliche Verträge pro Fachhandelspartner zu generieren. Der entsprechende TOP-KPI misst die Anzahl der Verträge pro aktivem Fachhandelspartner im Berichtsjahr, gemessen auf Basis der Gesamtleasingverträge (vgl. 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“, Kapitel „ESRS S4“).
Der Overall Strategy Awareness (OSA) Score misst, wie gut Mitarbeitende die Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie kennen und unterstützen. Bis 2030 soll der OSA-Score von 2,5 als absolutes Zielniveau gewährleistet werden. Da dies auch die kurzfristige Betrachtung betrifft, gilt dieser Zielwert auch für das Geschäftsjahr 2026. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Score bei 2,7 (2024: 2,6). Das ist leicht über dem Ziel, jedoch stabil. Weitere Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen sind geplant, um den Wert bis zum nächsten Berichtszeitraum auf 2,5 zu senken (vgl. 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“, Kapitel ESRS G1).
Der Anteil der Top-Managementpositionen mit Nachhaltigkeitskomponente in der variablen Vergütung wurde 2025 auf 12,6 Prozent erhöht (2024: 1,69 Prozent). Der Anstieg resultiert aus der Einführung nachhaltigkeitsbezogener Vergütungsparameter für die Vice Presidents. Der zugehörige TOP-KPI misst diesen Anteil (vgl. 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“, Kapitel „ESRS G1“ und „ESRS 2 GOV-3“).
Die Abschlussquote der internen Audits ist ein wichtiger Indikator für unsere Governance-Effektivität. Sie stieg von 65 Prozent im Vorjahr auf 70 Prozent (2025), liegt aber noch unter dem Zielwert von 85 Prozent. Für 2026 wird die Zielerreichung erwartet, da die restlichen 15 Prozent der Prüfungen im ersten Quartal abgeschlossen werden sollen. Laufende Effizienzverbesserungsmaßnahmen unterstützen diese positive Entwicklung.
Weitere Erläuterungen zum Zielerreichungsgrad sowie zum Soll-Ist Vergleich der einzelnen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (TOP-KPIs) sind im Kapitel 3. „Konzernnachhaltigkeitserklärung“ zu entnehmen.
Im Geschäftsjahr 2025 hat grenke seine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren weiter verfeinert, neue Zielgrößen gesetzt und wichtige Fortschritte beim Green-Economy-Anteil, der Treibhausgasreduktion, der digitalen Vertragsabwicklung, der Mitarbeiterzufriedenheit sowie der eigenen Governancestärke erzielt. Diese Entwicklungen signalisieren ein starkes Engagement für Nachhaltigkeit und operative Exzellenz. Das sind zentrale Faktoren, die den langfristigen Unternehmenswert nachhaltig unterstützen.
Der Prognose für das Geschäftsjahr 2026 legen wir die oben genannten Erwartungen und Annahmen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sowie die beschriebenen spezifischen Markt- und Branchenentwicklungen zugrunde. Bei unserer Prognose unterstellen wir darüber hinaus, dass geopolitische Spannungen nicht weiter zunehmen. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass der grenke Konzern gut aufgestellt ist, um seinen profitablen Wachstumskurs fortzusetzen und seine Position als einer der führenden Anbieter von Finanzdienstleistungen für Unternehmen, Institutionen und die öffentliche Hand mit Schwerpunkt auf Small-Ticket-Finanzierungen weiter auszubauen.
Sowohl das bereits im Frühjahr 2023 initiierte Digitalisierungsprogramm „Digital Excellence“ als auch Gesamtinvestitionen in unsere digitale Infrastruktur werden weiter vorangetrieben. Dabei steht die End-to-End-Digitalisierung im Kerngeschäft Leasing mit der Automatisierung aller Kernprozesse für das Leasinggeschäft in über 30 Ländern im Fokus. Diese soll eine deutliche Effizienzsteigerung und eine stärkere Nutzung von Cloudtechnologien ermöglichen.
Vor diesem Hintergrund erwartet der Vorstand für das Jahr 2026 ein Leasingneugeschäft zwischen 3,4 und 3,6 Mrd. EUR und strebt eine Steigerung des Leasingneugeschäfts von 10 Prozent an bei einer Deckungsbeitragsmarge 2 (DB2) von mindestens 16,5 Prozent auf Jahressicht. Mit einer stabilen Eigenkapitalausstattung verfügt der Konzern über die notwendige Finanzierungsgrundlage zum Abschluss des angestrebten Neugeschäfts.
Gleichzeitig sieht der Vorstand im laufenden Geschäftsjahr 2026 ein Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 74 bis 86 Mio. EUR vor. Der vorliegenden Gewinnprognosespanne liegen eine Schadenquote zwischen 1,6 und 1,7 Prozent und eine Cost-Income-Ratio von ca. 55 Prozent auf das Gesamtjahr bezogen zugrunde. Der Vorstand sieht den grenke Konzern damit sehr gut aufgestellt, um die internationalen Wachstumsambitionen über das Jahr 2026 hinaus profitabel und skalierbar zu gestalten.
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